Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Urtheil und Maßstab
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 234 (sequence 3)
- Language
- German
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234 Notizen. würdigste dabei ist, daß manche jüdische Orientalisten der aller, neuesten Zeit, die einen Gußregen von arabischen Wörtern guf den Leser kommen lassen, von allen diesen Sachen keine Ahnung Haben. Mancher glaubt, daß arab. Vocabeln die arab. Literatur sind. Ein literarischer חוני ה0-(ו.ל oder Epi m e nid es, welche beide, wie bekannt,■im Schlase berühmt geworden sind, wäre die passendste Bezeichnung für solche Consumenten des, arabischen Wörterbuches, welche Blätter irgend eines Glossars als ihre Feigenblätter benutzen, literarische Blößen zu decken. Obwohl jetzt noch nicht der ganze Umfang der Nachbildung bekannt ist, welche jüd. Dichter von arab. gemacht haben, so ist jedenfalls genug bekannt, um die Behauptung zu rechtfertigen, daß die jüdischen nicht wie Sclaven,' sondern wie Künstler nachgebildet haben. Sie hatten selbst Talent genug zu glänzen. Sie haben allerdings gar manches von ihnen benutzt, was übrigens die arabischen Dichter unter sich selbst gethan haben und nach arabischen Begriffen war dies nicht als Plagiat betrachtet^). Die jüdischen Dichter haben, durchdrungen von biblischen Anschaumigen, manche schöne Metapher aus derselben entnommen.' So z. B. wenn Ben Gebirol sagt (ש״ש S. 27): בנשוך נחש כוכבות ת5!ז1 נם תבונתך להחיות הנשוכים — so ist dies eine rein biblische Metapher, anspielend auf 1. M. IV, 21, 8. (Vergl. auch Vorwort zum 2. Heft des שיחי שלתה S. IX.) Manche Bilder gehören der gesammten Anschauung der ganzen Menschheit an. z. B. der Ausdruck ״Seele d er Se el e ", welcher schon bei griechischen Dichtern vorkommt und auch bei arab. Dichtern. Vergl. Jbn Chalikan I, S. 87, desgl. das Vorwort zum 2.,Heft des שירי שלמה €>.'XII. Manche seine. Wendung, die bei arabischen Dichtern erscheint, ist möglicherweise auch von jüdischen benutzt worden. So z. B. das Werk אם ואם des Jehuda den Koreisch ähnlichen Inhalts gewesen sein mochte. Das Werk von Salebi ״Das sich Beziehende und dessen/worauf es sich beziehet", welches in vielen Bänden der genannten Zeitschrift durch» gehet, wäre wohl Werth für sich gedruckt zu werden, man würde dann erst den großen Werth desselben erkennen. 4) Mutan'abbi sagte:, ״Die Poesie ist eine Reitbahn und die Dichter sind Reiter. Daher fugt es sich zuweilen, daß die Gedanken Übereinkommen wie der Huf eines Pferdes die Fußtapsen eines andern trifft." (Vergl. die Rhetorik der Araber von Dr. Mehre«. S. 152 ebend. 147 über Plagiate. -Mne kurze,Anzeige dieses Werkes vgl. Maihest S. ISS."