Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Nachricht] / Frankel, Zacharias
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 231 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Notizen. 231 €>t; Exzellenz der Graf Walcwsky hat mich beauftragt: meinen Einfluß anzuwendcn und wenn nöthig die gesetzlichen Schritte zu thun, um den Wünschen der verstorbenen Madame Levy Verwirklichung zu verschaffen. Nach eingezogenen Nachrichten scheint jedoch diese Verwendung unnöthig, da das besagte Kind nach einigen gethanen vernünftigen Schritten der Vorsorge der jüd. Gemeinde soll sein übergeben worden. Diese Nachrichten können mich jedoch nicht vollständig befriedigen. Ich glaube daher nicht besser thun zu können als mich an Sie, mein Herr! als den Präsidenten des Vereins und des Asyls zu wenden und Sie zu ersuchen, mich das Resultat-Ihrer Vermittelung wissen zu lassen, damit ich vorschriftgemäß handeln und Sr. Excellenz dem Minister der Auswärtigen Angelegenheiten eine Antwort überreichen kann. Mögen Sie, Herr Präsident! die Versicherung meiner Hochachtung empfangen. Der französische Cvnsul Graf Mejan. Hierauf erfolgte die Antwort des Präsidenten. Neu-Orleans, 19. März 1859. Geehrter Herr! In Erwiderung aus Ihre durch Ihre Regierung verattlaßte Anfrage habe ich die Ehre, Ihnen die gewünschte Mittheilung hinsichtlich des Waisenkindes Alice Levy zu machen. Madame Levy, die Mutter׳ des besagten Kindes, starb in der ersten Hälfte des vergangenen Septembers. Während ihrer Krankheit wurde sie von Israeliten gepflegt und nach ihrem Tode nach -jüd. Ritus aus einem jüd. Friedhose begraben. Vor ihrem Tode drückte sie den Wunsch aus, ihr damals ungefähr 16 Monate altes Kind Alice möge in das Asyl für jüd. Wittwen und Waisen untergebracht werden. Doch die das Kind pflegende Magd bat, daß man ihr gestatte, das Kind an dem sie so sehr hänge noch eine Wochebei sich behalten zu dürfen, nach deren Ablauf sie es dem Asyl übergeben werde. Sie hielt jedoch ihr Versprechen nicht, und da ihre Wohnung nicht bekannt war, so verlief einige Zeit, ehe man Näheres hinsichtlich des Kindeserfahren konnte. Es stellte sich aber heraus, daß die Magd sich an Madame Capdeville gewendet und ihr mitgetheilt, die besagte Waise sei verlassen und ohne Annehmer. Madame Capdeville traf die geeigneten Anstalten für das Kind und ließ es in der katholischen Religion taufen. Es darf angenommen werden, daß diese geachtete Dame aus rein mitleidigen Motiven gehandelt und, wie es ihr schien, aus Pflichtgefühl. Denn obschon sie zuerst die Herausgabe des Kindes dem Vorsitzenden unseres Copntös für