Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Jehuda Alcharisi als Kritiker
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 221 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Wissenschaftliche Aufsätze. 221 Von Alcha ri si' s Ta chkemoni׳ wurde jüngst dem Publicum eine Abtheilung vorgelegt — mit einer Uebersetzung, die sehr viel Talent verräth?), mit Noten, die zum Theil überflüssig sind, da sie mehr in das Lexikon gehören, und mit Beilagen, welche aus jüngst erschienenen Werken geschöpft, nicht nur kein eigentliches literarisches Urtheil, sondern manches richtig Erkannte als falsch dargestellt zeigen. Wenn ein Orakelspruch sich etwa so vernehmen ließe: ״die Beilagen enthalten zu viel und zu wenig", so wäre dieses zu erklären. Es enthält zu viel aus dem גנזי אקספרד uni גחל קדומים, uub zu wenig aus dem Literaturblatt des Orients, wo eine Menge Notizen und Gedichte gesammelt sind, die nicht übersehen werden dursten. Man hat erwartet, und mit Recht, daß der neue Herausgeber, der in den. Beilagen sich einer Arbeit unterzogen hat, welche ihm nicht zugehört, ein Urtheil aussprechen wird, welches aus innerer Betrachtung der Dinge hervorgegangen ist'oder wenigstens den Schein davon hat. Es ist dies nicht geschehen. Der Verfasser trauet dem Leser zu , sich selbst das Urtheil zu machen. Wer aber dem Leser alles zutrauet, dem trauen die Leser am wenigsten zu. Was Alcharisi gethan hätte wenn er jetzt noch lebte, das wollen wir thun. Wir wollen hier einige Bemerkungen vorführen, nicht über die Dichter selbst, sondern über gewisse allgemeine Punkte, welche den Hauptbestandtheil der Werke dieser Dichter bilden. Ein Urtheil über die Dichter selbst wird man erst geben können, wenn ihre Werke zum größern Theile vorliegen werden. Andeutungen mancher Art — und nur Andeutungen — sollen hier gegeben werden. Es sollen diese Zeilen Rechnung ablegen von demjenigen, welches wir für nothwendig hielten in Betrachtung zu ziehen, und welches diejenigen, die sich den Anschein geben mit der arabischen Muse un» mittelbar, ohne Dolmetscher, zu verkehren, vor uns hätten thun sollen. Zu einer andern Zeit wird Manches ausführlicher betrachtet werden.^ Mit Hariri sagen wir für jetzt: ״das Tröpflein gehet dem Guß voran" (Rückerts Uebersetzung 2 Lei. S. 207). בכנפי החלום אעוף כיונה — להר המור וגבעת הלבונה רגו' (ר׳ יהודה חלוי בשיר מתחיל בטור הזה). 2) Wir wollen dem Verfasser auch Kenntniß der arab. Metrik zugestehen. Es hätte aber — zur Bequemlichkeit des Lesers — immer auf Freitags Metrik verwiesen werden sollen. Die arab. Namen der Metrik waren nie bei dm Juden üblich. Frankel, Monatsschrift Via. 6. 17