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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 6 · p. Seite 220

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 6
Article
Jehuda Alcharisi als Kritiker
Date
1859-01-01
Page
Seite 220 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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220 Wissenschaftliche Aufsätze. menhängenden Dingen. Wenn aber heute Jemand fragt: ob dieses auch Poesie fei? so ist das gerade als wenn einer Mgen wollte : ob die versificirte griechische und lat. Grammatik (die in Frankreich bis-zu Anfang des vorigen Jahrhunderts üblich war) Poesie sei. Line solche Frage verrälh gänzlichen Mangel an historischer-Kenntniß und an Urtheil. Es führt den Leser auch irre. Derselbe könnte glauben, daß Jemand gezweifelt hat, ob sie zur Poesie gehören. Dies ist aber nicht der Fall. Bereits in unserm Buche: Zur Kenntniß (S. 47) haben.wir mit allerlei Nachweisungen ihre richtige Stellung zur Stylistik angegeben." Proben von Jsak Len Rüben haben wir im Literaturblatt des Orients (1848, S. 406) gegeben und die specielle Stelle über dieselben haben wir schon Zur Kenntniß (S. 132) mitgetheilt 1). Ueber Jsak b en Gioth haben wir einige Worte in diesen Blättern (Märzhest S. 118 ff.) mitgetheilt; und über andere werden wir zur Zeit das eine und das andere zu sagen haben. II. Ichuva Alcharisi als Kritiker im 19. Jahrhundert. לא אחשוב לנפיל נקובי שם אבל מורא עלי מתנשאים השלכת' (ר' משולם דפ יירה באחד משיריו כ״י באוצרות אקספרד) Ueber sechs Jahrhunderte liegen zwischen Alcharisi und uns. Alcharisi selbst ist längst der Geschichte anheimgefallen. Was zu seiner Zeit in voller Blüthe des Lebens war, ist für׳ uns todte Vergangenheit. Abgesehen von der Seltenheit dieser Werke, die er beurtheilt, hat man manches wieder entdeckt und der Betrachtung vorgeführt. Es fehlt nicht an Sinn, das Alte zu genießen, aber die Anschauungen haben sich geändert. Die Zeiten haben eine andere Gestalt angenommen, und mit ihnen das allgemeine Urtheil. Wir, d. h. unsere Zeit, können und müssen ein vollständig begründetes Urtheil über diese Periode fällen. Nicht, daß wir geistreicher sind, sondern weil wir reicher an Material sind. Es existiren mehr Formen zur betrachtenden Vergleichung, es haben sich die historischen An- Haltspunkte vermehrt. Die Urtheile des Alcharisi sind ihrem Inhalte nach heute noch in voller Geltung, sie erscheinen blos mehr gesichtet und die Betrachtung dringt tiefer ein. 1) Im ש״ש (S. 78) haben wir viele Stellen über diesen Gegenstand, gegeben.

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