Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Jehuda Alcharisi als Kritiker
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 218 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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218 Wissenschaftliche Aufsätze. groß und das Große klein zu machen" (Plutarch moralische Schriften Th. 6, S. 343, in Kaltessers Uebersetzung) Alcharisi betrachtet schon Salomo ben Gebirol und seine nächsten Nachfolger als die Alten, die großen Meister, die ihre unnachahmliche Kunst mit sich genommen haben. Er nennt fte ״ אבות ד־)׳££י1־die Väter der Poesie"?). Diese sind zu seiner Zeit, oder vielmehr gleich nach ihrem Erscheinen, als Maßstab betrachtet worden/ Die Urtheile: die Alcharisi über das Kleeblatt der neuhebr. Literatur fällt, kann heute nicht eindringlicher ausgesprochen werden. ' Die Charakterisirung derselben ist als vorzüglich zu betrachten. Wie nach Alexander des Großen Tod seine Generale sich in sein Reich theilten, so haben nach Ben Gebirols Tod sich mehrere in seine Talenten getheilt. Jsak ben.Gioth und Jsak ben Rüben als religiöse Dichter und Moses ben Esra und Jehuda halevi sowohl in der religiösen als weltlichen Poesie. Da Alcharisi seinen Helden über Personen und nicht über Sachen reden läßt, so ist es erklärlich, daß er seinen Helden von der religiösen und der weltlichen Poesie zugleich reden läßt, ohne dem.Hörer einen Ruhepunkt zu gewähren. Heute, wenn man darüber spricht, muß man diese zwei Arten streng trennen, da der Unterschied sowohl ideal als sprachlich sehr groß ist. Wenn Alcharisi von Samuel Han agid sagt, daß seine Gedichte gewichtig, aber des Commentars bedürftig sind, so ist dieses, in so weit es sich auf das בן משי5י bezieht, vollkommen richtig. Für den Leser muß noch bemerkt werden, daß diese Gedichte trotz der Härten höchst beachtenswertst sind. Außerdem, daß sie im Hebräischen die ersten in ihrer Art waren, was in sich schon ein Verdienst ist, so sind auch manche Stellen, darin, die höchst würdevoll und feierlich geschrieben sind, und das Gemüth zum Nachdenken anregen. Wir heben die folgende Zeile aus: .והימים מצווים מא^וה והם אצים ועושים ■מה יצוום — Dieser Zeile brauchte sich keiner der großen Dichter zu schämen. 6) Andere Stellen dieser Art werden anderwärts gegeben und betrachtet werden. 7) Die Zeilen, worin sich diese Worte finden, haben wir im Orient LS51 S. 377 gegeben. Vergl. auch קדומים bm S. 21, Note 14. Aehnliche Klagen der Dichter finden sich bei Jbn CHaNie an. — ״Für Harrte", sagt Rnckert ,(€>. 32 der 1. Ed.) ״liegt diese goldene Zeit der Poesie schon ziemlich in Vergangenheit und er darf Wohl deswegen sein Ebn Said beklagen lassen." _