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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 6 · p. Seite 217

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 6
Article
Jehuda Alcharisi als Kritiker
Date
1859-01-01
Page
Seite 217 (sequence 5)
Language
German
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Wissenschaftliche Aussätze. 217 mentewelche das Werk desselben so schätzbar machen. Die Namen, die diese, in sich selbst so interessanten Fragmente als Verfasser tragen, erhöhen den Werth derselben. Von den berühmtesten Aerzten z. B. Alscheir, von Philosophen z. B. Alfarabi und Algazalli, von Theologen und Juristen z. B. As-Schasi finden sich Gedichte darin. Diese Liebe zu Versen und das Talent dazu theilten auch die Juden. So kömmt es, daß jüdische Grammatiker Philosophen-Verse anführen von. jüdischen Dichtern, die wie Blumen auf dem Wege erscheinen, erfrischend und erfreuend, die für uns noch historischen Werth haben, und oft den Verlust des Gedichts selbst ״beklagen lassen. (Im נחל קדומים S. 42 ff. haben wir solche Frag- ^mente gesammelt.) Man hat in der neuern Zeit manches Wort gewechselt, ob Maimonides ein Freund der Poesie war, oder nicht. An und für sich ist diese Frage überflüssig, da weder für die Bejahung noch für die Verneinung dieser Frage Quellen genug vorhanden sind. Was in dem Jeschurun (II. Jahrgang, hebr. Abtheilung S. 26, No. 8) gesagt ist, beruhet auf einer Verwechselung von poetischer Philosophie mit eigentlicher Poesie. Es ist ganz natürlich, daß Maimonides als Philosoph, dessen Hauptaufgabe ist, Erkcuntniß zu suchen, nicht viel von Poesie halten mochte. Schemtob Palquera (im מבקש S. 24, b) führt den alten Spruch an: ואמר החכם המצליח מאד בבני אדם מי שמתעסק'מנעוריו בחכמת המופת לא בהבלי המשוררים, welcher die Ansicht der eigentlichen Philosophen enthält. Was zumeist auffallend, daß bei den Arabern vor Mohammed die Poesie verschrieen war, und daß Mohammed selbst, der doch nur. als Poet betrachtet werden darf, ein Feind der Poesie war. ״Der Teufel ist der Genius der Dichter,.weshalb die Dichter insgemein satanisch heißen und ihre Begeisterung eine satanische nennen-Alle Gedichte gelten vor Mohammed für Eingebungen des Teufels, jeder Dichter war von einem besondem Teufel begeistert und je feuriger der Teufel, desto feuriger das Gedicht — (Hammer- Purgstall Zeitschr. d. d. m. Gesellsch. Theil V. S. 185, No. 72).׳ ״Hol dich der Teufel", sprach Mohammed zu einem Dichter, ״denn ein Buch voll Eifer ist besser als ein Buch voll Poesie." — ״Durch das Singen und Anhören von Gesängen schwillt die Gleißnerei im Herzen, wie das Korn im Wasser" (Hammer: Wiener Jahrbücher 1826, Theil 39, S. 162). In Bezug auf Beredtsamkeit waren ähnliche Ansichten vorhanden. Auf die Frage was die Redekunst sei? gab Isocrates zur Antwort: ״sie ist die Kunst, das Kleine

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