Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 188 (sequence 13)
- Language
- German
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188 Recensionen und Anzeigen. angeregte Ueberfchätzung des Karäismus dürfte durch diese unumwundene Skizzirung desselben bedeutend herabgestimmt werden. — Zu der Angabe. S. 159, daß von den karäischen Haftorot 20 mit raManitischen stimmen, bemerken wir Folgendes: Als Hastora zu 12 פרשת ist sowohl im Addereth Eliahu als im kar. Gebetbuch Mal. 3, 4 וערבה angegeben, während bei den Rabbaniten an diesem Sabbat Jer. 7, 11 gelesen wird (vgl. schon Maimonides/ Gebetordnung); am sogenannten ש׳ הגדול hingegen und in manchen Gemeinden bloß wenn der 14. Nissan aus einen Sabbat fällt, wird auch bei den Rabbaniten וערבה recitirt (vgl.. Mordechai Jafe im Lebusch Orach Chajim <:. 430). Da nun, mit Ausnahme in Schaltjahren, 18 פרשת am Sabbat vor dem Passahfeste gelesen wird, so möchten wir vermuthen, daß auch bei den Rabbaniten וערבה die eigentliche für 18 פ׳ bestimmte Hastora gewesen sei und zwar aus folgenden Gründen: 1) Erinnert der Anfang וערבה לוז׳ מנחת an die Worte der Sidra (Lev. 6, 7) 2;מאת תורת המנחה) Haben die Worte Mal. 3, 22, זכרו תורת משה עבדי אשר 2ויתי אותו בחורי 121׳, Analoges mit den beiden'Versen der Sidra Lev. 7-, 37 und 38, — 3) Wählte man diese Hastora auch darum, weil an jenem Sabbat von Alters hex stets religiöse Vorträge gehalten wurden (vgl. I. Trani im Zofnath Paneach Bl. 67, d); hierauf spielen die Worte Mal. 3, 16 und v. 22 (besonders dessen Schluß חקים ומשפטים) an. Da nun diese Hastora mit den wiederholt recitirten bedeutungs- -vollen Worten הגדול והנורא schließt, so nannte man den Sabbat vor Passah wegen dieser Hastora ש׳ הגדול, wie bereits R. Salomon Luria (bei 542 .§ מטה משה) vermuthet. Die etwas apologetische, aber viel Lehrreiches enthaltende Schluß- Abhandlung des Verf. ״über die Piutim und deren Werth" übergehend, wenden wir uns zu den Noten und Beilagen. Hier wird u. A. mit Gelehrsamkeit und Präcision nachgewiesen: 1) daß das unter dem Namen Kolbo casuistisch-rituale Werk bloß eine Ueberarbeitung des Orchath Chajim von Aaron ha-Cohen-sei, zum Gebrauch der Juden in Deutschland abgekürzt; 2) wird ein Nachweis aller. Stellen gegeben, wo rituale Bescheide der Geonim erwähnt werden. Zunz ergehet sich hierbei mit Recht über manche Interpolationen in den gaonäischen Gutachtensammlungen, namentlich in der unter dem Titel שערי תשובה Salonichi 1802 und Leipzig 1858 edirten Samm« lung, worauf auch wir in dieser Monatsschrift Jährg. 1858, S. 263 ü. f. bereits aufmerksam machten. Seitdem hatten wir Gelegenheit die Salonichier Ausg. (welche in der Bibliothek der isräelit. Ge-