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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 4 · p. Seite 155

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1859-01-01
Page
Seite 155 (sequence 3)
Language
German
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Reeensionen und Anzeigen. 155 (S. 24—:40) vor, welcher den eigentlichen Schwerpunkt und auch den Glanzpunkt der Abhandlung sowohl, wie des Moreh bildet. Denn hier liegen neben'der freilich die Farbe des Zeitcostüms an sich tragenden biblisch-philosophischen Physik (Maaße Bereschith) und Meta- Physik (Maaße Merkaba) — obwohl man auch hier der geistreichen Manier des Mannes, mit welcher er das an.sich Unwahre in optischer Selbsttäuschung wahr zu machen strebt, Bewunderung nicht versagen kann — die goldhaltigsten Gänge zu Tage, die Maimonides zuerst angeschürft hat. Durch die Unterscheidung eines exoterischen und esoterischen Schriftsinnes — Ausdrücke, die wir freilich nur unter der Bedeutung eines volksthümlichen und tieferen Schriftsinnes gestatten können — kommt Maimoni aus die gewiß nahe Charakteristik der Tendenz des Gesetzbuches, nach welcher dieses im Gegensatz zu anderen Religionen hauptsächlich auf die Ausbildung des intellectualen Vermögens in uns ausgeht (S. 24—27). Liegt nun auch hiernach die eigentliche Vollkommenheit des Menschen in der Vollkommenheit der Erkenntniß, so wird doch andererseits auch die ethische Integrität als dem Geiste des Gesetzbuches entsprechend stark betont. Als die verschiedenen Phasen menschlicher Vollkommenheit, als die eigentliche Musterkarte der Vollkommenheitsgrade sieht Marmoni die Stufen der Prophetie an, die zweckgemäß ebenso eingehend wie klar in unserer Abhandlung erörtert werden (S. 27—32.) Besonders interessant sowohl, wie wahr ist hierbei die philosophische Auffassung der bevorzugten Stellung, welche Moses unter den Propheten einnimmt, als der intellectualen Vereinigung des göttlichen Geistes mit dem ihm gewissermaßen ebenbürtig gewordenen Geiste Gottes (S. 30 f). Erscheint hiernach die prophetische Begabung als eine lediglich vom Menschen selbst zu erwerbende Fähigkeit — um so mehr als di« zur prophetischen, Vollkommenheit erforderlichen körperlichen und geistigen Kräfte allen-Menschen in gewissem Grade innewohnen — so wird, doch der Prophetie ihre Göttlichkeit durch den Nachdruck, welchen Maimoni arch die freie Wahl Gottes legt, gesichert. Den Schluß dieses Theiles bildet die Besprechung der maimonischen Auffassung des Midrasch (S. 36—40), dessen eigenthümlcches Wesen auch er zuerst richtig bestimmte und gegen die nach zwei Seiten hin geübte, extreme Auffassung gesichert hat. ״Sie (die Hagada) will durchaus nicht Exegese sein, sondern ist ein eigener Erguß religiöser und moralischer Poesie, die in freier und zwangloser Weise an einen Bibel- Vers anknüpft, von dem der Hagadist sehr wohl gewußt, daß der eigentliche Wortsinn desselben ein anderer sei." (S. 39.)

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