Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 2)
- Language
- German
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154 Recenfion.cn und Anzeigen. philosophische. Erfassung des Zudenthums von. ewiger Bedeutung sein wird. Aus diesen Gründen müssen wir die Eingangs. genannte Abhandlung., in welcher zum erste n Male das ganze System! des׳- größten jüdischen Religionsphilosophen als geschloffenes Ganze uns vorgeführt wird, in dem Maße willkommen heißen, als .sie mit Geschick angelegt und durchgeführt ist. Die Abhandlung zerfällt in drei Theile, von denen der erst« Manmoni's PHilo sophie, der zweite: Maimoni's Ausgleichung der Philosophie mit der Bibel, der dritte Mn i m 0n i' s A u ff a ssu n g der b i b lisch e n Gebot e behandelt. i-.l). In der ersten Abtheilung (6.. -4-77-24) grenzt Maimoni- —- der. zumeist redend eingeführt wird — seinen-Gottesbegriff sowohl gegen die Mutakallimun wie gegen die Neuplatoniker scharf ab, indem er einerseits Alles , was in denselben den Gedanken der Zweiheit setzen könnte, somit auch einen großen Theil der bei Laien und Philosophen gangbaren Attribute entfernt und nur diejenigen Attribut«, die das Wesen Gottes lediglich vermittelst der Negation bezeichnen, gestattet, andererseits das Denkende und Gedachte in Gott als Einheit dem Neuplatonismus gegenüber nachweist (S. 4—11). Nach dieser genauen Markirung seines Gottbegriffs beweist Maimoni in sachgemäßem Fortschritt die Realität desselben, indem er freilich meist die von Aristoteles gegebenen Beweise für das Dasein Gottes adoptirt, diese aber Noch durch einen, deN bis Käntunerschüttert gebliebencn kösmologischen, selbst-' ständig vermehrt (S. 11—14). Sehen wir hier schon Maimönides dem-Aristoteles selbstständig zur Seite stehen , so tritt er ihm und seinem Vorgänger Plato im Verlaufe der dritten Untersuchung über Gott nach seiner Eausalität sogar kritisch gegenüber. Nachdem-er sich über die genannten Philosophen hinweg insoweit den Wegs gebahnt hat, daß er die Möglichkeit der Schöpfung dargethan, weist er die Annahme der letzteren als die probabelere, ja ,-Unter der Voraussetzung einer beabsichtigenden Ursache" sogar als nothwettdrg nach. Die hierbei natürlich zur Sprache kommende NÄur des-Wblichen Willens definitt Maimoni in einer ebenso originellen Äs philosophisch reisen Weise. Ein Gleiches läßt sich -von der UM folgenden Exposition der göttlichen Providenz und der Maimonisch-en Ethik'sagen, obwohl hierbei die freie Speculation schon mehr zurück und das autonome Schriftwerk in den Vordergrund tritt (S. 14-—24) - 2) -Die Ausgleichung der Philosophie mit -der Bibel führt uns nun der Vers! in ihrer ganzen Ausdehnung-und dabei doch mit einer den schnellsten Ueberblick gewährenden -Kürze im zweiten Thdilr