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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 4 · p. Seite 151

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 4
Article
Die mystische Literatur in der gaonäischen Epoche
Date
1859-01-01
Page
Seite 151 (sequence 12)
Language
German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 151 Der betrügerische Ursprung derselben läßt sich noch Nachweisen. Er wurzelt in dem Lügengewebe der Ssabier oder Haranier. In dem genannten Stücke kommt nämlich folgende^Fiction vor. Noah sei Erfinder der Medicin und der Therapie. Die Eyhpter hätten aber aus -dem Lehrbuche der Chaldäer gelernt, welches überliefert oder copirt hat eine unbekannte Persönlichkeit, Sohn eines biblischen Patriarchrnt;ולכמי מעלים לללו לחבל ולגלטו —■ ללמד;■אתי י ««ר,־׳ ׳לכפודים אטול לעתיק גןגגלבןאולבןכטור לכל מעמול לללטומים• Der Name ist entschieden corrumpirt. Wir sind "im Stande, ihn aus andern Quellen zu corrigiren. Schawi und Makrizi berichten, daß einige Ssabier sich Kantarijiten nannten, von Kantar dem Sohne Arfachschads; sie behaupteten, man müsse der Lehre Noahs oder seiner Prophetie folgen: ומגלם אלקגטאליה ולם אצלאב ןגטאלאכן אלפלטוד יקולון במתאבעה נדל? (Schawi bei Chwolsohn, die Ssabier und der Ssabiismus II, 514) ומגלם א^גטאליל גטאל אכן אלפלמול ו^ל כגכול גולp אעלאכ (Makrizi das. 613). Statt קנגל כן אול בן כעוד mutz man also lesen: קנטל כן אלפכעוד * Aber Kantar der Sohn des biblischen Arfachschad ist eine Fiction und gehört der Pseudepigraphie der Ssabier an. Sehr gründlich und unwiderleglich hat nämlich Chwolsohn nachgewiesen, daß die Ssabier, ursprünglich griechische und syrische Heiden) erst nach 830 diesen Namen angenommen, bis unter dem Chalifen Alkahir (932—33) als besonder« Religionsgenossenschast geduldet und erst von diesem verfolgt wurden) weil sie kein Offenbarungsbuch und keine Propheten auszuweisen hatten. In Folge dessen verlegten sich die Ssabier förmlich darauf, eine falsche Literatur zu schmieden und sie biblischen Personen oder Söhnen derselben beizulegen, um für ihr Heidenthum eine biblische Folie zu haben. Dieser pseudcpigraphische Schwindel hatte seine Blüthe vom elften Jahrhundert an (bei Chwolsohn das. I) 202 und 637 ff). Dieser Zeit und diesem Ursprünge gehört also auch der Kantar b. Arfachschad an, und das Werk, das ihn citirt, ist -also ein junges Produkt und keineswegs identisch mit dem von Salmon b. Jerucham citirten mystischen Buche von Sem, dem Sohne Noachs, das bereits im Jahre 920 zu B. Jeruchams Zeit exiflirt hat. So. unwichtig das ganze Schriftstück, das Jellinek abgedruckt hat, auch ist, so scheint mir die Digression nicht überflüssig, seine Jugend nachzuweifen, weil der Herausgeber darin einen hebräischen Ueberrest aus dem Buch der Jubiläen erblickt und seinen Ursprung wo möglich in die Zeit des Essäerthums hinaufschrauben möchte (dass III, Einl.' XXXI), während der ganze Tenor über die mystische

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