Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die mystische Literatur in der gaonäischen Epoche
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 145 (sequence 6)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aussätze. 145 anzugeben, theils weit die Literatur einen agadischen und durchaus keinen systematischen Charakter hat, und theils.weil wir diesen Literaturkreis weder vollständig, noch rein von Interpolationen (besitzen. Was-den letztem Punkt betrifft, so ist bereits oben nachgewiesen worden, daß die Hechalot vieles enthalten haben, was in den von uns! vorliegenden Ausgaben sich nicht findet. Dagegen wimmelten die Otijot wiederum von Interpolationen, die theils der talmudischeN Agada, theils der Pesikta, dem M. Tanchuma oder einem sonst unbekannten Midrasch angehören, wie ein Stück im Buchstaben ז beweist, כיצד עתיד דקב״ד לדיות יושב בגן עדן, das Ialkut (Jesaias No. 296) im Namen eines ״Midrasch" mittheilt. Indessen läßt sich der Hauptinhalt der alten Mystik doch dahin forinuliren , daß er theosophisch, ang elvlo gisch, uranoskcnisch und zum Theil auch tcheurgisch ist. ^— 1) Zur Theosophie gehören die Maaßbestimmung des göttlichen Wesens, die mystischen Gottesnamen und die Bedeutung des göttlichen Thrones. Von den Gottesnamen heißt es, siebzig derselben seien bekannt, die unbekannten aber seien ohne Zahl (im Henochstücke). Im Widerspruch damit steht die Notiz (daselbst), daß Gott zweiundneunzig Namen habe אלד תשעים ושתים שכלות ׳כעין שם דנלפולש שבמלכבד שחקוקד (שחקוקים?) על כהא דכבוד Auch anderweitig in den Otisot heißt es, daß die Gottesnamen an dem göttlichen Throne geschrieben seien (Buchst. 1) :חותמות של דקב״ד שבדן נחתכלו כל שכלות דכלפולשים שעל .כסא דכבוד, aber einige Namen seien in Gottes Krone und andere in seinen Siegelring eingegraben (das.). Dann heißt es wieder, sämmtliche deutliche Gottesnamen werden mit ד geschrieben (B. בלפני שכל: (ד שכלות דמפודשות איהם הכתבות אלא בד׳• Die.Buchstaben bestehen aus Feuer, mit schlängelndem Blitze und seien 21.00 Myriaden Parasangen: — וכל אותיות דללו של אש דן ובלראידן כבלראד בלק וכל אחת ואחת שיעול קומתו עשלים ואחד אלפים לבבות פלסאות Der zwölfbuchstabige Gottesname wird, als aus dem Tetragrammaton und אדיד אדיד zusammengesetzt, dargestellt. Himmel und Erde seien init diesem Buchstaben gesiegelt (das.). Wenn sich ein Sterblicher der geheimnißvollen Gottesnamen bedient, so füllt sich der Himmel-mit Feuerstammen, welche die Welt zu zerstören drohen, aber da sie sehen, daß die Himmelssäume mit dem Erdensaum durch den zwölfbuchstabigen Namen eng verbunden sind, so dämpfen sie sich (Otijot Buchstabe ו, citirt im Rasiel 16, b): ובוכלן שאדם משתמש בדם (בשמות) מתמלא כל דלקיע ולקיע כלו אש ויולדין