Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die mystische Literatur in der gaonäischen Epoche
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 3)
- Language
- German
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142 thropomorphisicens entgegen (vergl. das. 76. f). Nur als Keaction hat die Mug'assimäeinen-Sinn. .Kehren hrit. jetzt zu unserem Thema zurück. Ms sichern Ausgangspunkt können wir das gefundene Resultat nehmen, daß das Schiur-Komah eine Kopie der crassen Lehre der Hischamiten ist, daß Gott^ ein Körper sei Und Maaßbestimmungen habe, aber nach seinem Maaße (11ל!) n">t2). Aber wie diese gegen die allegorische Verflüchtigung des Koranwortes reagiren wollte, so wird auch die jüdische Mystik, welche: die Geheimnisse der Maaßbestimmungen Gottes offenbaren wollte, wohl dieselbe Tendenz gehabt Haben, nach dem Axiom, daß gleiche Erscheinungen auf gleiche Ursachen Hinweisen. Es müßte sich nur Nachweisen lassen, daß im neunten Jahrhunderte eine der Mutazilah verwandte, auf allegorische Wegdeutelung der Anthropomorphismen ausgehende Doctrin innerhalb des Judenthums Platz gegriffen hatte. Dieser Nachweis läßt sich allerdings historisch führen. Es gab allerdings um diese Zeit eine jüdische Mutazilah, wenn auch nur im karäischen Kreise. Daß die Karäer Mutaziliten .waren ,׳ bezeugt nicht nur der später lebende Makrizi (in der oben S. 117 citirten Stelle), sondern auch׳ der berühmte arabische Geschichtsfchreiber des zehnten Jahrhunderts Maßudi (bei de Sacy Chrestomathie arabe I, 350 zu Note 81): ״Die Ananiten, welche dem Princip der Gerechtigkeit (Willensfreiheit) und der strengen Gottes- ׳ einheit folgen (1 (ואלעהאניו? ודגם נלן רדד!ב אלי אלעדל ואלתוחיד). Diese zwei Punkte ^waren aber das Charakteristische der Mutaziliten. Damit ist eigentlich das allegorische Ausgleichen anthropömorphischer Bibelstellen als. Confequenz gegeben. Indessen brauchen wir uns nicht-auf . Folgerungen zu beschränken. . Wir wissen von zwei Secten, welche,-nach Art der Mutaziliten, sich der Allegorie bedient haben, nämlich die׳ Io d a a n it e׳n oder die Anhänger des Persers I e h u d a, und die Makarijiten^) oder die Anhänger des Ben ja min von Nahawendi. Von Jehuda Jodaan berichtet Scharastani: Er glaubte, daß die Thora einen äußern und einen innern Sinn, 1) Scharastäni's Zeuguiß, daß di« Räbbaniten Mutaziliten und die Karäer Muschabbihiten waren, bezieht sich aus die nachsaadianische Zeit.- .- -- --' ׳ ■ י י - ׳ —■ ' ' v 2) Zn? Curetons. Ausg. des Scharast. lautet der.Sectenname n!2^^p)2׳^ gewiß corrumptrt; denn bekanntlich hat iw Arabischen jeder Secteirname die Endung ׳Offenbar ist hier;; mit ^verwechselt. de Sacy(1, c. 362) hat aus .einem vaticanifchen Codex die richtige Leseart: '^^^)2. {׳H 1%