Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die mystische Literatur in der gaonäischen Epoche
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 2)
- Language
- German
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Wissenschaftlich? Aufsähe. 141 und theologischer Gegner von Abul-Hudsail Alallaf, ״dem Alten der Mutazila" (?שיח אלכדעותזליד), der die griechische: Philosophie indie arabische Theologie,: d. h. in den Kalam, eingeführt hat. Dieser : Abul-Hudsail starb 849 (vergl. Haarbrüker Anmerkungen zu Scharästani II 386). :Auch einer der obengenannten andern Musch abbihiten, Ka hmasch, lebte im Anfang des neunten Jahrhunderls, denn er wird schon von dem ältesten arabischen Annalisten Jbn- Kutaiba sst. 88489—׳) erwähnt (das. S. 388). Also im Anfang desneun t e n- J a h r h und e r t s st a n d b e r e i t s d e r i fl a m i t i sch e Anthropomorphismus in seinem Zenith.- Aber die Muschabbiha in ihrer Ausbildung war nicht eine selbstständige Form der islamitischen Theologie, sondern e i n e R e a ct i o n g ege n die rationalisircnde Mutazilah, welche in Wassil Jbn- Al'ata (il 748) ihren Anfang hatte. Der Hauptbegründer des Anthropomorphismus, Hischam, polemisirte gegen den Hauptbegründer der Mutazilah, den schon genannten Alallaf, folgendermaßen״Du nimmst an, daß der Schöpfer wissend durch das Wissen ist, und sein Wissen sein Wesen ausmacht, so daß er theils mit dem Geschaffenen etwas gemeinsam hat, theils davon unterschieden ist. Warum nimmst du nicht auch an, daß der Schöpfer ein Körper ist, ״Mrs nicht wie die andern Körper, daß er eine Gestalt hat, nicht wie? andere Gestalten, und daß er eine Maaßbestimmung hat nicht wie die übrigen Maaßbestinimungen, sondern auf andere Weise? פנים לא תקול חר גיהם לא כאלגסאם דצורד! לא כאלצור ולד! קדר י לא ״sdn םאקראר אלי -^יר (Scharastani Text S, 142). Die Mutaziliten verwarfen durchweg die Verähnlichung Gottes mit der Lreatur, weil dieses ihnen mit dem strengen Einheitsbegriffe (אלח1חיר) zu widerstreben schien und erklärten die anthropomorphischen Aura nv erste allegorisch (יאתברא תאויל אלאיאת אלמתשאבחד das. 30). Die Zulässigkeit der allegorischen Erklärungsweise (Tawil) war daher ein Hauptdogma der Mutazilah. Aber eben daran nahm die Orthodoxie besondern Anstoß, weil dadurch, wie sie mit Recht einstah, die speeifischen Glaubenslehren unter der Hand eskamotirt werden. Um nicht bei der Halbheit stehen zu bleiben, verwarfen die orthodoxen, Muschabbihiten die allegorische Ausgleichungsweise, ganz und gar und setzten der Mutazila die vollständige Buchstäblschkeit: der Koranverse in dem nüchternen Verstände des Wortfinnes (Tsahira) entgegen. Aus diesem Bestreben, der Mutazilah entgegenzuwirken, entstand die islamitische Muschabbiha.. Sie setzte der Ausschweifung des Allegorisirens die Extravaganz des An- 8»««kel, Monatsschrift VIII. 4. 11