Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 4 · p. Seite 132

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 4
Article
Über das die Schätzung religionsphilosophischer Systeme beeinträchtigende Vorurtheil, daß die wahre Philosophie voraussetzungslos verfahre
Date
1859-01-01
Page
Seite 132 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829234-2829239-2856342--04743-2856363
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

13:2 Ueb.erdas die Schätzung religionsphilosophischer Systeme re. nacherzählte Gespräch,: das Sokrates mit einem atheniensischen Jünglinge Aristodemus geführt, als er von. diesem: in Erfahrung gebracht hatte, ,-daß er weder opferte, noch sich des göttlichen Rathes bediente, - ja sogar solche, die dergleichen thaten, verlachte". Man wird aus diesem Gespräche ersehen, daß es dem Sokrates ganz, gewiß Ernst damit gewesen sei, als er in der Todesstunde seinen Freunden den Auftrag gab, dem Aeskulap einen Hahn zu opfern. Ebenso ist es Täuschung, in dem reichlichen Gebrauche, den Plato von den im Schwange gewesenen Mythen macht, lediglich-Ein-- kleidung zu sehen. Wir greifen aus der Menge der sich darbietenden und über das wahre Sachverhältniß aufklärenden Beispiele den Schluß des ״Gorgias" heraus. Plato läßt-den Sokrates, der eben mit saurer Mühe die naive Unverschämtheit des Sophisten Kallikles überwunden, noch Folgendes hinzufügen: ״So höre denn, wie sie zu sagen pflegen, eine gar schöne Rede/ die du zwar für ein Mährchen halten wirst, wie ich glaube, ich aber für Wahrheit. Denn als volle Wahrheit sage ich dir, was ich - sagenwerde. Wie also Homeros erzählt, theilten Zeus,. Poseidon und Pluto die Herrschaft, nachdem sie sie von ihrem Pater; überkommen hatten. Nur war folgendes Gesetz wegen der Menschen unter, dem Kronos schon immer, besteht auch noch jetzt beil den Göttern, daß, welcher Mensch sein Leben gerecht und fromm geführt hat, der gelangt nach seinem Tode in die Inseln der Seligen- und lebt dort sonder Uebel in vollkommener Glückseligkeit; wer aber ungerecht und gottlos, der kommt in das zur Zucht-und Strafe bestimmte Gefängniß, welches sie Tartaros nennen. Hierüber nun waren unter dem Kronos und auch noch später, da schon Zeus -die Herrschaft hatte, Lebende der Lebenden Richter und saßen zu Gericht an dem Tageda Jemand sterben sollte.' Schlecht wurden daher die Sachen abgeurtheilt. Weshalb-denn Pluto: und btc Vorsteher aus den Inseln der Seligen zum Zeus gingen u. s. w". ... . . ״Vielleicht nun dünkt dich dies lein Mährchen zu sein, wie ein Mütterchen eins erzählen würde, und du achtest es nichts werth. Und es wäre auch eben nichts: besonderes: dies zu verachten , wenn wir nur irgendwie suchend:etwas- Besseres und Wahreres finden könnten. Nun aber stehst du ja, daß ihr drei, die weisesten unter den Hellenen heutzutage, nicht erweisen konntet, daß man auf eine andere Weise leben müsse, als auf diese, die ssich auch dort noch als zuträglich bewährt": Schwerlich auch wird man sich beikommen lassen zu

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.