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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 4 · p. Seite 126

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 4
Article
Über das die Schätzung religionsphilosophischer Systeme beeinträchtigende Vorurtheil, daß die wahre Philosophie voraussetzungslos verfahre
Date
1859-01-01
Page
Seite 126 (sequence 2)
Language
German
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126 Heber das die Schätzung religionsphilosophischer Systeme re. nimmt. Darum muß ein Volk über den Nutzen schon einigermaßen sich. erhoben ׳ haben, um dem Luxus des Geistes, der Philosophie, zu stöhnen 1). Thatsache ist es jedenfalls, daß kein Volk mit der Philosophie auhebt, daß es öielmehr eine gute Strecke geschichtlichen Daseins bereits hinter sich haben muß, ehe ein Philosoph in seiner Mitte ersteht. Begnügen wir uns einstweilen mit dieser Thatsache. - Die Philosophie verfährt voraussetzungslos. Man kann geneigt sein, diesen Satz identisch zu fassen mit dem andern: Die Philosophen verfahren voraussetzungslos. Aber daß ein Philosoph den andern voraussetze, wird man mindestens zügeben. Wenn Niemand zugestandenermaßen Hegel verstehen kann , ohne ■ die rückläufige Bewegung bis auf KaNt zu machen, wenn der gründlicher Eingehende auch da keineswegs Halt macht, sondern am letzten Ende sich überzeugt, daß er alle dagewesenen Standpunkte kennen lernen muß, um den letzten zu begreifen , so kann von einem vorausfetzungslosen Verfahren der Philosophen in einem gewissen Sinne wenigstens keine Rede sein. Nur einen Philosophen scheint man nothgedrungeuermaßen ausnehmen zu׳ müssen — den ersten nämlich. Denn merkwürdig genug ist die Philosophie eine Wissenschaft, die ihren dQxqydg, ihren Ur- Heber, kennt. Freilich sagt der genaue Aristoteles 2) ®aXijg, 0 vijg toiavz^g dQxijydg cpiXodocpiccg ״ Thales, der Urheber einer solchen Philosophie", d. h. derjenigen, welche ein Materielles als Princip alles Vorhandenen setzt. Aber es ist uns nicht darum zu thun, in Abrede zu stellen, daß Thales der Erste gewesen sei, der mit Bewußtsein ein oder vielmehr d as philosophische Problem gedacht hat. Rur hinzufügen wollen wir, was unser bester Gewährsmann über Thales gleichfalls hinzuzusügen für angemessen hält. ״Es sind auch Einige", sagt nämlich Aristoteles, ״welche der׳ Meinung sind, daß auch die ganz Alten, welche viel vor der jetzigen Generation gelebt und zuerst theologisirt haben, in Betreff der Natur dieselbe Annahme gemacht hätten. Sie machten nämlich den Okeanos und die Tethys zu Erzeugern des Entstehenden und zum Eide der Götter das von den Dichtern Styx benannte Wasser (bekanntlich das Thaletische Princip). 1) Aristotelis metaphys. I, 2 aväfxcuoTEQca pb ovv 71äaat avTrjg (jijg <p1Xoöocp1ag)f afistvcov cTovdsfifa, 2) . Arist. metaphys. I, 3. ׳

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