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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 3 · p. Seite 117

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 3
Article
Die mystische Literatur in der gaonäischen Epoche
Date
1859-01-01
Page
Seite 117 (sequence 15)
Language
German
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Wissenschaftliche Aussätze. 117 Gottes, die uns in der Mug'assima entgegentritt, wollte alle jene Ausdrücke buchstäblich genommen wissen. Sprechen es doch die Anhänger dieser Schule offen aus : ״Was in der Offen« barüng (des Koran : תהויל) von Sitzen (Gottes) auf dem Throne, von seinen beiden Händen, seinem Angesichte, den Seiten, den Zehen u. s. w. vorkommt, iss-in augenfälligem Sinne (עלי טאתלא) zu fassen, nämlich was man darunter versteht, wenn man im Allgemeinen von Körpern spricht. Eben so, was in der Ueberlieferung vorkommt, von der Gestalt (Gottes), wenn Moham-- med sagt : ״ Er hat Adam nach der Gestalt des Barmherzigen geschaffen", oder: ״Bis der Allgewaltige seinen Fuß in die Hölle setzt", oder: ״Das Herz der Gläubigen ist zwischen zwei Fingern von den Fingern des Barmherzigen", oder: ״Er barg den Thon Adams vierzig Morgen in seiner Hand",, oder: ״Bis ich. die Kälte seiner (Gottes) Fingerspitzen empfand". Alles das: ist zu fassen analog demjenigen, was man von den Eigenschaften der Kör« per erkennt (das. 77). Die Mug'assimah ist, ich wiederhole es, ein ursprüngliches Element des Islam. Wenn daher Scharastani angibt, die Muschabbiha,. welche Gott körperliche Eigen« schäften beilegt, stamme von. den Juden (9, 77 f., 132), so ist das offenbar eine Erfindung oder ein Mißverständniß. Denn nach einer alten Nachricht, die uns Makrizi erhalten hat, haben die arabischen Schriftsteller selbst anerkannt, daß nicht sammtliche Juden, d. h. Rabbaniten extrem -anthropomorphistische Vorstellungen hatten, sondern nur ein T h e i l d e r se l b e n, gewissermaßen eine S e c t e. Makrizi's Notiz lautet: ״ Die Ananiten (Käräer) halten fest an der Einheit und Unkörperlichkeit (Gottes) und an der Gerechtigkeit (Willensfreiheit) und verwerfen die Verähnlichung (Gottes mit Menschen), die Rabbaniten dagegen vergleichen Gott menschlich; es ubertrifft aber an der Verähnlichung (Gottes) die G'a1utijah (p1pn פאלעאהאנידז באלתוחיד ואלעדל והפי אלתטוביד■! ךואננומעת תעי בד! ר ר! בא ל ע א לגאלו ת יד! פי אלת צוב י ה bei de Sacy Cbrestomatie arabe secoiide edition Text S. 116). Also nur die G'alutijiten Unter den Juden haben die Verähnlichung Gottes mit den Menschen in-S Extreme getrieben, die Rabbaniten dagegen, verähnlichen wohl, aber 7) Daß npvwn identisch ist mit Rabbaniten, hat de Saey richtig trrathen. Sein Etymologifiren des Wortes von ״Simon dem Gerechten" ist aber sicherlich falsch. Es stammt wohl von dem Worte wpivV, das, wie wir oben gesehen׳ mit mvhn identisch ist.

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