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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 3 · p. Seite 115

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 3
Article
Die mystische Literatur in der gaonäischen Epoche
Date
1859-01-01
Page
Seite 115 (sequence 13)
Language
German
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115 Wissenschaftlich« Aufsätze. nichtung und Vertilgung bis aus die Erinnerung daran (das.). Ist das Schiur-Kömah also durch und durch unjüdisch und -antijüdisch, so entsteht die Frage, von welcher Seite ist diese Monstrosität eingeschmuggelt worden, und was hat den jedenfalls jüdischen Vers, bewogen', sie so sehr zu empfehlen? Die Antwort hierauf gibt die moslemitische Religionsgeschichte. Der Islam erzeugte vermöge seines Bastardcharakters und seiner Carricatur-Dogmatik eine Menge religiöser Secten, deren sich die Mohammedaner rühmen und 73 solcher auszahlen. Unter diesen Secten bildeten zwei die dogmatischen Gegenpole, die rationalistische allegorisirende Mutazila und die anthropomorphistisch« Muschabbiha oder Mug'assima (die Lehren derer, welche Gott mit andern Wesen vergleichen und ihn körperlich vorstesten). Der älteste Anthropo- . morphist im Islam war Mughira Jbu-Said Alig'li, dessen Secte von ihm den Namen Mughirija erhielt. Er lebte unter dem Lhalisen Hischam, war Freigelassener des irakischen Statthalters Ehalid Alkasri und lehnte sich gegen denselben mit, seiner Doctrin auf, welche zu Gunsten der Aliden ausgestellt war. Mughira behauptete: Gott habe Gestalt und Körper mit Gliedern gleich den Buchstaben des Alphabets ([פקאל אלמיעילה] אן אללה תעאלי;צולה וגסם דוא אע:צאא עלי מחאל חלוף! אלהגאא). Seine Gestalt sei die eines Mannes von Licht, aus dessen Haupte sich eine Krone von Licht befinde, und er habe ein Herz, aus welchem die Weisheit hervorquelle. Mughira behauptete ferner: als Gott die Welt schaffen wollte, habe er den größten Namen ausgesprochen (תכלם באלאסם אלעבים), der herb ei geilt sei, und auf Gottes Haupt eine Krorn gesetzt habe. Das bedeute der Koranausspruch (Sura 87, 1—2): ,)Bete an den Namen Deines Herrn', des Höchsten, der geschaffen und gebildet hat" (Scharastani sä. Cureton 134k, Haarbrükers Uebersetzung I, 203). Die Schiiten huldigten von ihrem ersten Auftreten an mystischem Blendwerke. Nachdem Mughira in Wasit an's Kreuz geschlagen wurde (um 740), behauptete ein Theil seiner Anhänger, er werde als Imamwieder erscheinen (das. 135, vergl. dazu die Rote bei Haarbrüker II, 412). Ms Muhammed Jbn-Äbdallah, ein Enkel Hasans und ein Urenkel Alis, im Jahre 762 sich offen gegen den Chalifen Almansur empörte, soll er jeden der siebzehn Männer, welche-ihm in der Kaaba huldigten, einen Buchstaben aus dem Namen Gottes gegeben h a b en, womit sie die feindlichen Heere besiegen würden (Haarbrüker ebendas.). Diesen anthropomorphistischen Unsinn Mughiras brachte ein anderer

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