Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die mystische Literatur in der gaonäischen Epoche
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 12)
- Language
- German
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114 Wissenschaftliche Aufsätze. ״Wer da kennt die Maaßbestimmung seines Schöpfers, der ist der jenseitigen Welt gewiß, genießt auch zeitliches Glück, nur soll, er sich täglich, mit dieser Mischnah beschäftigen" (4 אכיל רבי ישמעאל כשבאתי וחלצתי חדבלים לפני ר׳ עקיבא אניד לי בל. שחרא. יודע ■ שיעולו פולייוצלנו מובטח לו שחוא בן1 עולם חבאי׳אמל ר׳ ישמעאל לפני תלמידיו .אני ולי עקיבא עלבי ן,בדבל זד מובל מי שחוא יודע ובו' מובכת לו וכוי .— ובלבד שחוא שונח אותו במשנתו בכל. יום• — Es ist kein Zweifel, daß der Vers, des Schiur-Komah mit seiner anthropomorphistischen Lehre etwas Hochwichtiges zu Tage fördern und seinen Glaubensgenossen einen wesentlichen Dienst leisten wollte. Ist nun dies ״Geheimniß der Maaßbestimmungen" der Haupt- Punkt der ältern Mystik, dem die übrigen Punkte als Beiwerk untergeordnet sind, so ist es augenscheinlich, daß gerade dieser Punkt keinen jüdischen Ursprung haben kann. Nichts ist dem Judenthume, dem talmudischen wie dem biblischen, mehr entgegen als die Vermenschlichung Gottes. Und nun erst diese grobsinnliche Art, Gott vollständige Theile und Glieder und gar einen Bart anzudichten! Das Ganze .erschien schon im zehnten Jahrhundert den Frommen so horrend, daß J5ie Weisen von Fez R. Scherira anfragten, wie das mit dem talmudischem Verbote zusammenzureimen ist. Und dieser Gaon schickt als Voraussetzung zur Antwort voraus, ״daß unser Schöpfer zu erhaben ist, als daß er Glieder und Maaße haben sollte." .ועוד שיוצלנו מלומם ומעולח דם ושלום בידיות לו אבלים ומדות כפשוטן . Er sicht aber darin tiefverborgene Geheimnisse, die nicht Jedermann überliefert werden dürfen. In Maimuni's Zeit glaubten Einige, diese mystische Schrift stamme von den Karäern: בענין שיעול קומח אם חאמת כדבלי חאומל שחוא חבול אחד מן. חקלאים jResponsum Maimuni's mitgetheilt von Geiger in der Sammlung Rite Naamanim hebr. Theil ©,17 ׳).. Maimuni, dessen jüdisches und philosophisches Gewissen nicht Entsetzen genug vor diesem Monstrum empfinden konnte, verwahrt die Weisen des Talmnd, daß sie so etwas hätten aufstellen können. Er meint, es sei die Ausgeburt eines Darschan in den christlichen. Ländern: אחד דלשנין אללום und verurtheilt das Euch zur Ver- 4) Die Echtheit dieses Schlusses, wie er sich im Rasiel find et, ist 'kritisch gesichert durch die Citation von Salmon b. Jerucham und R. Scherira in den Responsa Gaonim Schaare Teschubah No. 122, und aus einer Handschrift in S. Sachs Techija S. 41..