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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 3 · p. Seite 113

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 3
Article
Die mystische Literatur in der gaonäischen Epoche
Date
1859-01-01
Page
Seite 113 (sequence 11)
Language
German
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Wissenschaftliche Aussätze. 113 den Hechalot und den daraus entnommenenen mystischen Schriften ausgebildet erscheint. Da aber die Pirke di R. Elkeser die Hallenbeschreibung mit den darin ministrirenden Engeln nicht hat, und da Henoch-Metatoron darin gar nicht erwähnt wird, so spricht das Schweigen dafür, daß die mystische Literatur um 809—813 noch nicht bekannt war. Man vergl. die Beschreibung der vier Engellager in Pirke di R. Elieser mit der Beschreibung in den (längst edirten) Hechalot (bei Jellinek II. c. 6. S. 48), und man wird auf die Vermuthung geführt, daß die Letzteren von den Ersteren abhängig sind. Die Mystik mag sich also erst um 820 Bahn gebrochen haben, und so konnte sie um 829 bereits in Frankreich bekannt sein.׳ Diese chronologische Betrachtung führt uns zur Lösung der Frage über den Ursprung der jüdischen Mystik. Ist sie einheimisch oder exotisch? Und im letzter» Falle, unter welchem äußeren Einfluß hat sie sich gebildet? Diese Fragen können nur gründlich beantwortet werden, wenn wir im Stande sind den Kern der Mystik herauszufinden. Dann fällt die Beurthcilung nicht schwer, ob dieser Kern sich aus dem Keime der vorangegangenen jüdischen Cultur —deren Hauptträger der Talmud war — entwickelt hat, oder ob er sein Entstehen hinein fremden Impulse verdankt. Auf die äußere Schale, auf die Einkleidung, Gestaltung und Ausprägung der Mystik, kommt es hier weniger an. Diese mußte allerdings, wenn sie eine jüdische Färbung tragen wollte, alle die Elemente ausnehmen und verarbeiten, welche die Agada in reichem Maße zugeführt hatte. — Treten wir der Sache näher, so ist nicht zu verkennen, daß das Schiur- Komah den eigentlichen Kern der — wir dürfen sie jetzt so benennen — Mystik in der gaonäifchen Epoche bildet. Die .Offenbarung dieses Geheimnisses mißgönnten — nach dein Henochfragmente und den Hechalot, beleuchtet durch Ben-Jeruchams Polemik •—> die Engel den Sterblichen. Die Mittheilung der Maaßbestimmungen von Gottes Größe galt dem Verfasser — oder den Verfassern — für so wichtig, daß er die Fiction wagen durfte, . Gott habe damit sein Volk beglücken, es dadurch für so viele Leiden belohnen wollen. Die Welt hat alle Herrlichkeiten zur Genüg-, Gold und Silber, Edelsteine und Früchte, nur das Geheimniß der ״Maaße" fehlte, und darum habe Gott R. Jsmael gewürdigt, es ihm zunächst für Israel und dann für die Welt zu offenbaren. Der Vers, war von der Wichtigkeit seiner anthropomorphistischen Auseinandersetzung so sehr überzeugt, daß er zum Schluffe aufflellen durfte: Als R. Jsmael die Worte R. Akiba mitgetheilt, habe dieser ihm darauf erwiedert: Fr « n I«l, Monatsschrift VIII. 3. 9

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