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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 3 · p. Seite 106

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 3
Article
Die mystische Literatur in der gaonäischen Epoche
Date
1859-01-01
Page
Seite 106 (sequence 4)
Language
German
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Die Glorification des Henoch ging daher ganz ohne Zweifel von, Christen .und zwar wohl von Judenchristm aus. v Es ist daher von vorne herein anzunehmen, daß das Buch Henoch (das uns jetzt aus, dem AeMopischen -von Dillmann übersetzt/ Leipzig 1853, ganz vorliegt), auf christlichem Boden entstanden istEben so das Buch 3) Es ist gan'z^ unbegreiflich, wie ein nüchterner Forscher, wie Dillmann, M,darauf capriciren kann, das Henochbuch in die -hasmonaifche Zeit׳ zn versetzen.. Die christliche Anschauung des Verfl,leuchtet ־jo,entschieden durch, daß nur ein Ewald mit seiner vorurtheilsvollen Exegese sie nicht sehen kann. ״Der Gerechte, der Weibessobn", ״der Menschensohn", auf den das Buch hinweist, daß er am Ende .der Tage erscheinen werde, ist keineswegs der jüdische Messias) sondern der nazarenische Christus. Man erwäge nur C. 46, 47. Henoch erzählt : ״Und dort sah ich den Alten der Lage (י(עתיק.*וכןין und sein Haupt war weiß wie Wolle und bei..ihm. war ein Andrer,, dessen Antlitz war wie das Aussehen eines Menschen. Und ich fragte den Engel über jenen Menschensohn, und warum er mit dem Alten der Tage gehe? Er antwortete mir: Dieses ist der Menschensohn, der die Gerechtigkeit hat. —Er wird die Könige von ihren Thronen und.aus ihren Reichen stoßen, weil sie ihn nicht erhöhen und nicht preisen". Noch deutlicher.spricht dafür der Ausdruck ״das Blut des Gerechten"^ Die Deutelei /Dillmanns und Ewalds von den 70, 36 und 23 Hirten kann nicht verkehrter sein, sie als t6rm1un8 aä quem bis auf Hyrkanos I. zu zählen. Mögen nun die ״siebzig Hirten" die siebzig Aeltestemoder fönst etwas bedeuten', die ), 23 Hirten" sind sicherlich nichts Anderes als die nachexilischen Vfllksregenten vor dem Hohenpriester Josua bis Agripp.a II., so.wie die 12״ letzten von den 2,3 " die hasmonäischeu und herodianischen Fürsten bedeuten. Aber das ״Horn, aus einem der Schaafe hervorgegangen, dem Alle Schaafe nachlaufen werden, und das Alle Thiere und Hirten bekämpfen ivird", kann nichts anderes als Jesus bedeuten. Es ist eigen mit den srommen Exegeten. Während sie ׳im alten Testamente überall Ehristologisches er- - blicken,sehen sie in den Apokalypsen nichts als Jüdisches. Für jeden Unbefangenen, aber ist es unzweifelhaft, bag das Machwerk, ״Buch Henoch" nicht in der politisch bewegten Hasmonäerzeit, sondern in der mystisch dammernden nachapostolischen Epoche entstehen konnte. Hoffmanns Urtheil, daß das Henochbuch eine christliche Färbung trage (Zeitschrift d. deutsch-morgenl. Gesellschaft Jahrg. VI S. 87) ist unerschütterlich. Will man durchaus wegen der Angelologie in diesem Buchen den essäschen Charakter 'desselben festhalten, so vergesse man nicht, daß es im ersten christlichen Jahrhundert auch christliche Efsäer gegeben hat, und ein solcher mag der Vers, gewesen sein. Ist das Henochbuch christlich, so ist es nicht minder das Buch der Jubiläen, weil es sich an jenes anlehnt und es-voraussetzt. Es enthält durchaus keine Polemik der Essäer, sondern der Judenchristen gegen die Kalenderberechnung des Synhedrion in der tanaMschen Zeit. >,Sie werden die Jahre verderben und einen.-

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