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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 3 · p. Seite 97

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 3
Article
Zur Geschichte der Synagogen-Gemeinde in Königsberg
Date
1859-01-01
Page
Seite 97 (sequence 17)
Language
German
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׳Zur Geschichte der Synagogen-GeMeinde in Königsberg. 97 bild zu dem früher mitgetheilten Kinder- Raube darbietet, stellt sich uns aus dem H. 1770 dar', in den ״Regierungs-Acten die Beschwerde der Aeltesten und Vorsteher der hiesigen Judenschaft wider den Kriegsratst und dirigirendeN Bürgermeister HindersiNn wegen! harten Verfahrens bei dem Vorfalls da ein Söhn eines jüdischen Kaufmannes aus Hamburg seinen geäußerten Entschlüß, die chnstliche Religion anzunehmens wieder geändert,' betreffend". Die Eingabe der Aeltesten und Vorsteher vom 28. Mäi 1770 stellt dem Könige (unterzeichnet: Äbrt Seeligmann und Heymann David) vor: Der Sohn eines ansehnlichen Kaufmanns aus Hamburg, allhier im Comptoir eines Schutzjüden iM Dienste, der ausschweifend und Schulden gemacht wendet sich aus Furcht vor dem jährlich ankommenden Vater an einige Getaufte, welche ihn zu Hindersinn führen , damit er dort, gleich ihnen, seiner Religion entsage, was er auch thut, woraus ihm der Kriegsrath Logis in seinem Hause anweiset. Der Vater erfährt es, laüst zu seinem Sohne, verspricht ihm,'die Schulden'zn bezahlen und versöhnt sich mit ihm Der junge Mensch, bereuet seinen SchM und entschließtsich, zu seiner Religion wieder zurückzukehren. Er verläßt daher sein Logis und gehet zu eineM Schutzjuden Heymänn - Nathan. Dies erfahren die getauften Juden und laufensgleich zu Hindersinn ״ ihm den Vorfall der entwischten Beute zu Hinterbein gen". Der Kriegsrath schickt, sobald er aus der Kirche kommt — es war Himmelfahrt — zum NathüNund befiehlt dem jungen Menschen, zu ihm zu kommen. Letzterer erwidert, er! habe seinen .Entschluß geändert und dort Nichts mehr zu thun. Der Kriegsrath läßt ihm sagen , wenn er nicht käme, würde er ihn durch die Wache holen - lassen. Da der junge Mensch ׳Furcht hatte zu׳ gehen, indem die getauften Inden das Haus bewachten, so-gingen statt seiner der Vater und der Vorsteher Heymann David , stellten dem Hindersinn die jugendliche Uebereilung vor und daß die' Sache bei dem Kön. Oberburgs gräflichen Amte, als dem eigentlichen Forum der Judenschaft'anhängig gemacht sei. Der Kriegsrath behandelte den Aeltesten höchst unglimpflich, zerrte ihn am Barte u. s. w. ' und befahl, den jungen Menschen sogleich zu bringen. Da die Aeltesten dagegen. Vorstellungen machten, so befahl Hindersinn der Stadtwache, das Haus, in welchem der junge Mensch sich befand, zu besetzen und mit Hülfe der König!. Militair-Wache denselben zu nehmen, welches auch geschehen wäre, hätte nicht auf Ansuchen Frankel, Monatsschrift VIII. 3. 8

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