Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Geschichte der Synagogen-Gemeinde in Königsberg
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 11)
- Language
- German
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Zur Geschichte der Synagogen-Gemeinde in Königsberg. 91 wertige Einnahme erwuchs dem Staate durch die Kalender-Gelder, da der König, durch Rescript vom 22. März 1726, den Druck eines Jüdischen Kalenders , unter Approbation der Societät der Wissenschaften, gestattete. Fremde Kalender sollten ohne vorherige Bedrückung mit dem Stempel der Societät nicht gebraucht werden, bei Strafe von 10—20 Thlrn. ’ - Die Aufnahme der bei der Belagerung von Danzig geflüchteten Juden gestattet der König durch Erlaß vom 20. Mai 1734 unter der Bedingung, daß jede solche Familie oder Haupt- Person täglich einen Dukaten zur Accise-Kasse bezahle, wogegen ihnen Schutz und Handel gewährt werden solle. Zur Beschränkung der Ehen gehörte auch, daß keine Trauung ohne vorherigen Consens des Königs selbst vollzogen werden dürfte, daher ein Erlaß vom 18. October 1717 die Trauung des Liebmann zu verhindern gebot, bis er den Königs. Consens erhalten. Hiermit hängt zusammen, daß Schlomke bei dem Könige um Erlaubniß einkommen mußte, die Verlobung seiner Tochter (weil der Bräutigam das Versprechen, sich in Königsberg zu besetzen,nicht halten wolle) von dem jüdischen Rabbi wieder treuneu zu lassen, welches denn auch unter dem 3. Juli 1731 gestattet wird. Vierter Thei 1. Die Krgirrungs-Lcit Friedrichs des Großen. Gleichwie das Laub der Bäume auch im kältern Frühjahre und unter rauhen Stürmen, dem Naturgesetze des Fortschrittes gehorchend, sich hervordrängt, wenn auch nicht so üppig entwickelt, als bei günstiger Temperatur, so sahen wir unter schweren Verhältniffen die Königsberger Colonie dennoch, wenn auch nur langsam fortschreitend Unter Friedrich dem Großen hörte nun die persönliche Abneigung, die sich selber die kleinste Eon cession erst abringen mußte, sie hörte ans maßgebend zu sein, und die Acten des geheimen Archivs bringen aus dieser Zeit eine Reihe von Entscheidungen, die charakteristisch sind und von der Geuialität des großen Königs und seinem freien Blicke Zeugniß gebeut' Zunächst bietet sich ׳ein ״Contract von dem Schutzjuden Jac. Urias wegen der Jüdischen Garküche und Meths" dar. Derselbe zahlt jährlich 116 Thlr. 16 Ggr. und ist von allen Abgaben als