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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 3 · p. Seite 87

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 3
Article
Zur Geschichte der Synagogen-Gemeinde in Königsberg
Date
1859-01-01
Page
Seite 87 (sequence 7)
Language
German
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Zur Geschichte der Synagögcn-Gemeinde in Königsberg. 87 selbst von den Accise-Bedienten in der Stadt zngleich' mit einge-' fordert werden kann und es dem Könige aus der Accise zufließt." Hierzu am Rande ״soll bleiben wie bisher". Zum Schluffe wird vom Könige noch oä nrartzln. bemerkt uttb FW. unterschrieben: Sollen handeln und wandeln wie sie wollen aufm Speicher-Markt' aber sonsten bei hangen nicht,׳ davor soll Com- Mission UespondireN". Eben so unwillig sprach sich der König in Hinsicht bleibender Ausnahme von Juden aus. Die Königsberger, welche Unter dem 9. August 1720 unter Anderm um Ansetzung noch eines zweiten Kindes, wie 'es scheint vergeblich , eingekommen waren, sprechen später die Hoffnung aus, daß, wie den Berlinern, auch ihnen gestattet sein werde, ein Kind wenigstens anzusetzen. Hieraus resolvirt der König unter dem 31. August 1724, daß die Juden in Berlin und allen seinen Landen a ussterb en und keine neuen Schntzbriefe ertheilt werden sollen. Auch wurde 1720 mit der Austreibung der Unvergleiteten Juden ernstlich vorgegangen und ein allgemeines Edict d. ä. Berlin d. 10. Januar 1724 befahl, ״daß alle unvergleitete Inden sofort aus einmal aus dem Lande gejaget werden sollen". Nach einem Scriptum der Kammer- Registratur an die Negierung sollte es sogar bekannt sein, daß a-nno 1721 säMmtliche, in den Städten sowohl, als aus dein platten Lande dieses Königreichs angesetzt gewesene Juden-Familien auf Sr. Königl. Majestät ausdrücklichen Befehl aus dem Lande wMeschafft werden sollen, uuv ihre vorräthige Schutz- Privilegia cassiret worden sind." Die Regierung erbittet׳ sich indeß erst -die betreffenden Acten zur Einsicht. Denn die von' der Regierung nicht zu verkennenden Interessen des Landes forderten die Beibehaltung der JndeN, und der König selbst konnte sich dieser Nothwendigkeit nicht entziehen. Beides ergibt sich aus: den Thatsachen. Im I. 1720 hatte der König den Aemtern besohlen, zu berichten, wie viel Juden daselbst anzusetzen seien. Die betreffenden Berichte drücken sich der Art aus, daß eine angegebene Anzahl von Juden dahin ״erbeten" wird , z. B. nach Lyck 29 wegen des von-Adligen und Bauern von ihnen zu ziehenden Miethsgeldes, nach andern Orten wird auch ausdrücklich resp. ein Seidenkrämerein Krüger, ein Fleischer erbeten. Auch für Königsberg selbst dauerte die Ertheilung von׳ Schutzbriefen und Eoncessionen fort. Bendix Jeremias starb im 1.1720, da in diesem

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