Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Geschichte der Synagogen-Gemeinde in Königsberg
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 84 (sequence 4)
- Language
- German
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84 Zur Geschichte der Synagogen«Gemeinde in Königsberg. der ,Grundsatz Raum gewinnen könnte, daß der Zweck 1>ie Mittel heilige. Und welche Mittel! wenn wir auf das neueste Ereigniß in Italien blicken, und welche Begriffe in Hinsicht!/des /Zweckes! / Wenn die Israeliten, die von der Schuld MepMLssigen/.PaWität-nicht'.ftei zu sprechen sind, dahin kommen werden^ die Grundsätze ihrer Religion genau und grün d li ch zu kennen und ihnen in aller Liebe nach allen Seiten hin Anerkennung zu verschaffen, und wenn die Christenheit dessen inne werden , wird, daß, bei der zu erweisenden vollkommenen Gleichheit der Moral (in Lehre und Leben), wesentlich nur zwei!Punkte Judenthum und Christenthum unterscheiden, die Lehre von der Trinität und dem gekommenen Messias, daß aber in. Hinsicht des ersteren Punktes auch christliche Auffassungen^ als der Socinianer (Unitarier) das Dogma nicht anerkennen, und daß die neutestamentlich unabweisliche Annahme einer Wiederkehr Christi die Messianität als noch nicht vollständig erfüllt zeigt, dann wird die herrschende Befangenheit wohl aushören. Dann wird das Christeuthum, durch volle Gerechtigkeit gegen den ältern Bruder dem Princip einer unbeschränkten Liebe erst wahrhast Folge geben, und beide Confesstonen werden gemeinschaftlich das Heidenthum sicherer besiegen^). - Wie man damals über die Taufe eines Juden dachte, gehet auch aus einem etwas spätem Beispiele hervor. Am December 1723 befand, sich in Königsberg ein sogenannter jüdischer Rabbi, Samuel! Lews, der. die christliche Religion annehmen wollte. Es entstand aber durch Nachrichten der Verdacht, daß derselbe schon früher getauft sei, ״also mit der Sache nur Erwerb und Gespötts treibe". Der. König befiehlt Untersuchung. Adv. Fis ci bemerkt, der Jude sei auch dem Trunk und Spiel ergeben und seine Antecedenzien sprächen gegen ihn. Es sei aber doch möglich) da er den heißen Wunsch , Christ zu werden äusspreche, daß er durch diesen heilsamen Unterricht sich bessere. Der König entscheidet, man möge das Möglichste versuchen, damit der Lewi ,Wr wahren Bekehrung und aus den Weg der Seligkeit gebracht 4) Der Vers. hat zu solcher Verständigung sein Buch ״zur .Versöhnung der Confesstonen", Königsb. bei Gräfe u. Unzer, geschrieben, in welchem das Unterscheidende der jüdischen und christlichen Lehre klar und unumwunden vor Augen! gestellt, ist, damit die wahre Liebe des Übereinstimmenden sich um so mehr freue׳