Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Geschichte der Synagogen-Gemeinde in Königsberg
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 2)
- Language
- German
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82 Zur Geschichte der Synagogen-Gememde in Königsberg. 13000 Thlr. eingezahlt, es sollte nunmehr auch für die pünktliche Einzahlung der noch rückständigen 13000 Thlr. gesorgt werden. Ist indeß hier eine etwaige spätere Ermäßigung, oder-ein Schreibfehler in dem Gutachten des Adv. Fisci nicht anzunehmen, so figuriren in dem Zeiträume weniger Jahre 20 -f- 20 + 26 in Summa 66000 Thlr., welche die Israeliten außer den gewöhnlichen Schutzgeldern und Steuern noch besonders ' aufbringen sollten 1). — Nach einer Bestimmung vom 6. November 1714 sollen die Juden von Christen 10 Procent jährlicher Zinsen nehmen dürfen, nicht mehr^). Unter dem 26, Juli 1715 schlug Bendix dem Könige vor, dem Levin Ilten, so wie dem Koppel Frankels das Schutzpateut gegen 200 Thlr. und 20 Thlr, jährlichen Schutzgeldes zu geben (es wird dabei erwähnt, daß noch fünf Andere sich zu je 200 in Summa zu 1000 Thlrn. für das Schutzpatent erboten). Ilten: erhielt in der That das Patent ä. ä. 15, April 1716, ״weilen er die in ׳der Mannsactur des Waisenhauses fabricirte Maaren dem Besagten zum Besten zu debitiren sich anheischig .gemgchsi" (Er zahlte dafür den Werth, das mehr zu Erlangende gehörte ihm). Er soll nur auf den Königl. Freiheiten, nicht auf dem Sackheim und nicht unter der Städte Jurisdiction, sich häuslich mit Weib und Kindern niederlassen, einen Lehrer und Schlächter halten und das nicht nöthige, oder gesetzlich unbrauchbare Fleisch verkaufen dürfen. Da der bezeichnete Handel allein die Kosten nicht tragen würde, so soll ihm auch mit andern Maaren zu handeln erlaubl sein. (Die allgemeine Liste -er Jtiden in Königsberg vom 30. September 1716 enthält 38. Namen). 1) Bei bet Verth eilung solcher Summen auf. die einzelnen Gemeinden kamen mancherlei Neclamationen vor. So gaben sich die Memeter.im Verhältnisse zu den Königsbergern als zu sehr belastet an. welche letztere 60 Fa- Milien wären. Darauf antworten die Königsberger, sie wären (im I. 1711) nur 26 Familien stark. Da nun die Memeter 60 Familien zählten, so möchten sie von den übrigen (imaginären) 34 Familien selbst das Geld einziehen, um ihrerseits .dabei den vermeintlichen, großen Vortheil zu haben,. 2) Unter den-Acten des Archivs vom Jahre 1714 findet sich auch der K. Erlaß vom 20. Mai e. a. zur Confirmirung des Schutzes und Geleits der Juden zu Berlin, mit namentlicher Aufführung der auf solche Weise zur Bewilligung des Wohnens daselbst mit Familie und Hausgesinde Gelangten. Unter demselben Datum wird der dortige Rabbiner Levi bestätigt und demselben die Macht ertheilt, in Bann zu thun und mit Geldbußen zu belegen.