Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Geschichte der Synagogen-Gemeinde in Königsberg
- Date
- 1859-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Zur Geschichte der Synagogen-Gemeinde in ° ־ Königsberg. Nach meist ungedruckten Quellen, von Prof. Dr. Jos. L. Saalschutz. , Dritter T h eil. Gestaltung der Verhältnisse unter Friedrich Wilhelm I. (Vgl. vor. Jahrg.) Als der eigentliche Begründer der Königsberger Gemeinde kann für immer Bendix Jeremias angesehen werden. Er erhielt die Synagoge und bestritt die Ausgaben für dieselbe aus einer Büchse, in welche freiwillige Spenden stoffen, ohne eine besondere Beisteuer zu fordern. Dies wird nach seinem Tode gegen einen gewissen Schlomke' geltend gemacht, welcher von den Besuchern seiner Synagoge einen jährlichen Beitrag forderte. Bendix hatte die Arrende (wofür er 2333 Thlr. zahlte) und brachte die Steuern auf. Daß er. dies mit Rücksicht that, dafür spricht eine Eingabe desselben vom 2. April 1714, in welcher er bittet, die Juden zu Reichenau ihrer Armuth wegen mit dem Beitrage zu den 20000 Thlrn. zu verschonen. Dieses waren wohl noch die unter dem 16. Juli 1701 erforderten, bereits früher erwähnten Milizgelder. Da nun in einem Gutachten des Advocatus Fisci über die von Bend. Jer. gemachten Vorschläge von 20000 Thlrn. als Strafg e ld für das dem Könige (wie bereits früher bemerkt von einem Bauer) gestohlene Siegel die Rede ist, so können diese mit jenen obigen nicht wohl identisch sein. Vielleicht find hier demnach andere 26000 Thlr. gemeint, welche alle Juden Preußens ״wegen der Confirmation und Abkaufung eines gewissen Zeichens" zahlen sollten. Nach einem Königl. Rescript vom 17. September 1714 waren davon bereits zu Ostern des genannten Jahres Frankel, Monatrschrist. VIII. 3. 7