Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Mecklenburg
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 21)
- Language
- German
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Zur Geschichte der Juden in Mecklenburg. 65 gläubigen fein Aergerniß geben, auch sich sonsten unverweißlich verhalten, pndlie08 und 80Ienne8 actus aber mit ihrer Beschneidung und andern Ceremvnien zu halten und zu celebriren ist ihnen in keiner Weise noch Wege concediret oder vergönnet, soll und mag auch ohne große Aergerniß und Corrfussion nicht concediret und vergönnet werden, zumal euch wissend ist, wie grob und verdammlich die Inden den schon für 1800 und so viel Jahr in's Fleisch gekommenen Weibes Samen den wahren Messiam, unfern Heiland und Seligmacher Christum Jesum, und dessen gebenedehete Mutter so heim, als öffentlich blasphemiren und injuriiren. Solchem nach ist hicmit unser gnädigster Wille und Befehl, daß ihr die Sache mit ihren Umständen beh euch wohl erwäget und von der Kanzel occasione der allerheiligsteu Geburt und Beschneidung unsers Erlösers Christi, von dem jüdischen Glauben, Lehre, Hoffnung aus einen noch kommenden Messiam, Beschneidung und andern ihren Cereinonien, also von dein Unterscheid zwischen Christen und Juden die christliche Gemeinde unterrichtet, und daß Christglänbige sich denen Indaischen, mit dem neuen Testament aufgehobenen Beschneidung und Gebräuchen billig entäußern sollen, um so viel mehr, da von der Obrigkeit denen Juden solche publique Hebungen nicht verstattet werden, und die judaischcn Cereinonien nicht pro causa, indifferente zu halten, dabey dieses noch zu eon8ideriren, daß die Juden öfters execrationis unter ihren Gebeten wider die Christen gebrauchen, und unter den Speisen Unreinigkeiten den Christen zum Spott und Verachtung vermengen Pflegen, den Umständen nach geziemend fürstallet, und erinnert, Habens gnädigst anführen wollen und seynd euch mit Gnaden gewogen. Datum. Schwerin, den 29. December 1685.?tu den Superintendenten und Thuuprediger Hieselbsten Ehre Mag. Schützen, Ehre Henrici und Ehre Schwanten." Rüben der Sohn des R. Michel war Agent bei dem Herzog Carl Leopold. Dieser, ein Liebhaber der Alchpmie, verschrieb sich den Siegelstecher Lipmann aus Hamburg, der ihm allerlei mystische Siegel anfertigen mußte und bezeugte ihm Achtung und Vertrauen, während Rüben an Ansehn durch einen mißlungenen Aderlaß verlor, bei welchem ein Stück von der Lanzette in der Ader stecken blieb, was dem Herzog eine stete Lähmung zuzog ch. 4) Nubcn scheint alfo nicht nur Agent des Hcrzogö, sondern auch dessen Arzt gewesen zu sein. D. R.