Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Mecklenburg
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 7)
- Language
- German
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Zur Geschichte der Juden in Mecklenburg. 51 ähnlichen Fällen die Priester immer sehr glückliche Finder waren 7 8). , Das letzte Ereigniß dieser Art trug sich kurz vorderReformation im Jahre 1492׳ in Sternberg zuHier wohnte ein Jude, Eleazar, welcher weitverzweigte Verbindungen im Lande hatte. Dieser Eleazar soll nach Penzlin gegangen sein und dort in Verbindung mit dem daselbst wohnenden Juden Michael und einem-Jakob aus Rußland im Februar 1492 den dortigen Caplan, einen Franziskanermönch, zum Judenthum bekehrt haben. Eleazar reiste hieraus nach Hause zurück, Michael und Jakob aber mit dem Mönch nach Friedländ , wo ihm die Juden׳ eine Mark aus der Opferbüchse zur Zehrung schenkten. Hier haben nun sämmtliche Juden den abtrünnigen Mönch bestürmt, ihnen, doch eine Hostie zu verschaffen, und sich bereit erklärt, dey Kauf des Sacraments durch Geld zu unterstützen. Auch die Juden zu Röbel gaben ihre Zustimmung zur Bestechung des Mönches und der Jude Samarghe zu Parchim Rath und That und einen Goldgulden. Der Mönch weihete hierauf die Hostie und brachte sie selbst nach, Sternberg, wohin Jakob gereist war und nachdem Eleazar und Michael von einer Reise zu dem Herzog Magnus nach Schwerin zurückgekehrt waren,-nahmen diese drei Juden die׳ Hostie in Empfang. Eine zweite große Hostie kauften die Juden von einer Christenfrau zu Teterow für zehn Schillinge und beschnitten sie zu der Form, einer kleinen Hostie. Noch eine andere große Hostie erlangten die Juden-zu Penzlin und behielten sie bei sich. — Eleazar ward ferner beschuldigt, Christen zum Abfalle von ihrer Religion bewogen zu haben, und endlich-erzählt man, er habe die Hochzeit seiner Tochter, zu welcher er eine große Zahl gleichgesinnter Genossen erwartete/ zu einem großen Rachefest gegen die Christen bestimmt. Der Vicar Peter Däne zu Sternberg versetzte nämlich bei Eleazar für vier Schillinge .einen seiner Köchin, die er kurz vorher in Folge der vom Bischof Conrad Loste, zu Schwerin veröffentlichten Synodal-Beschlüsse hat verabschieden müssengehörenden Grapen. Dies trunksüchtige Weib lag , ihren Grapen fordernd, tagtäglich, an der Thur des Priesters. Der Priester aber konnte ihn von Eleazar nur gegen 7) Vgl. Inserat in den Beiträgen' zu dm Mecklenburg-Schweriner Intelligenz-Blatt. 3 St. vom 18. Januar 1766, Bolls Geschichte Mecklenburg. 8) Vgl. Lisch Schweriner Jahrbuch und Tychsen Nebenstunden,