Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Mecklenburg
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 6)
- Language
- German
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so Zur Geschichte der Juden in Mecklenburg. sämmtliche Juden zur Haft gebracht. Auf fürstlichen Befehl wurden sie hierauf dem äußersten Grad der Tortur unterworfen, um ein Geständniß von ihnen zu erpressen. Doch sie gestanden nichts. ' Als aber auch die,Christin. eingezogen ward, welche den Juden die Hostie verkauft haben sollte, bekannte sie — ob freiwillig oder gleichfalls gefoltert wird nicht berichtet — solches ge- Hau zu, haben, worauf sie verbrannt wurde. Man bemühte sich nun besonders den angesehensten unter den Juden , Namens Eleazar, zum Geständniß zu bringen und ihn zu vermögen, sich Mit seiner ganzen Familie taufen zu lassen , indem man, wie wahrscheinlich,- ihm dieses als das einzige Mittel sein Leben zu retten an die Hand gab: Dieser aber, ein Namens- und Geistesverwandter des׳ Eleazar der Maccab äerzeit, erklärte mit frommer Standhaftigkeiter werde seinen Glauben nicht verleugnen, wenn er auch des schmerzlichsten Todes sterben sollte. Als man darauf von seiner Frau ein Geständniß erpressen wollte, ermahnte er auch diese ״zum -Ausharren, indem er ihr zurief: ״Sei nur be- -ständig Machilda, denn wer um der Wahrheit Willen stirbt wird selig". Mau versuchte darauf noch ein anderes Mittel, man errichtete einen großen Scheiterhaufen , und drohte den Juden, sie alle zu verbrennen, wenn sie nicht die That bekannten s aber auch, diese - Drohung blieb ohne Erfolg. Man würde vermuthen, -daß, da diese Ünglücklichen selbst im Angesichte des qüalvollsten'Todes auf ihrer Unschuld beharrten und überhaupt ziemlich klar an dem Tage lag; daß' die von ihrer. abtrünnigen Glaubensgenossin vorgebrachte Anklage nur in verläumderischer Bosheit ihren Grund habe, eine Freisprechung erfolgt sei; aber der Fanatismus wollte seine Opfer haben und alle Juden, mit Ausnahme Eleazars-und seiner Frau, wurden dem Feuertode übergeben. Mit Eleazar, der ein - sehr angesehener Mann gewesen zu sein scheint, da man mit> ihm nicht so summarisch verfuhr,׳-machteJohann II. von Werte unter lockendem Versprechungen noch einen letzten Bekehrungsversllch. Doch Eleazar blieb uuerfchüitert bei dem Anblicke des -Feuertodes seiner eigenen geliebten Frau, und bestieg dann selbst den Scheiterhaufen. Dieses standhafte Leugnen scheint dem Fürsten׳ doch bedenklich gewesen zü sein, weshalb er die Ankläger mit dem Tode -bedrohte , wofern sie die - fragliche Hostie nicht - herbeischafften. Daraus wurde nach vorangegangenem Kircheügebet priesterlicherseits eine Haussuchung - bei Eleazar angestellt und' - man fand natürlichdie Hostie, wie überhaupt in