Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Ein exegetischer Versuch über Sprüche Sal. Kap. 30 und Kap. 31, V. 1-9
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 336 (sequence 8)
- Language
- German
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336 W i ff euschaftli ch e A u ff ätze. schon in der Rede des Eliphus (Hiob 4, 12—21) begegnet. Daraus wird es ferner erklärlich, wie man den Propberen vorschreiben konnte, was sie weissagen sollten (Micha 2. 11) und wie andererseits der große Schwarm salseher Propheten sich beim Volke Eingang verschaffen konnte. Das Nebel erreichte seiner! Hobepunkt zur Zeit des Jeremias, der endlich besonders im Map. 23 daraus dringt. ..die Lvreu rnenschNchen Denkens von den! Korn der lauteren Gottesofferrbarurrg" zu sondern, weil viele sogenannte Propheten ״ihre eigene Zunge nahmen (Es: ועא:־י) und Orakel gaben und das Volk durch erlogene Träume irre leiteten", der eben darurn es aus's Strengste verbietet, bei der Miuheilung eines wirklich offenbarten Gotteswortes sich des zweideutig gewordener! Ausdrucks ״ נלכגאPerkundigung, göttliche Berk." zu bedienen, weil (v. 36) ״Jedem das eigene Wort als eine göttliche Perkündigung gelte"1;). Vielmehr, heißt es daselbst (P. 35), solle man sich hinfort der ganz bestimrnten Ausdrucksweise ״Gott bat geredet, geantwortet" bedienen, ״darnit nicht ferner das Wort des lebendigen Gottes in unwürdiger Weise verdreht werde." — Wir müssen daher ciium beißenden Spott darin erkennen, wenn unser Verfasser, der sich in der! folgenden Vo. gerade daülr unfähig erklärt, gleich anderen Menschen vernlittelst eigener Geisteskraft prophetisches, göttliches Wissen zu erlangen, seine Anspräche als eine ״Perkündigung" und diese da!!l! noch bestimmter als ein ״Orakel" bezeichnet. — לאיתיאל braucht nicht, wie alle neueren Erkl. thun, in .zwei Worte getrennt zu werden (zumal das Perbnn! :לאד wo bl nur mit Präposit. 2 und nicht mit dem Accus, verbunden werden könnte). Es ist vielmehr ein Raine nach Analogie 1גבריאל ח0י und אוריאל gebildet. Wie jene: ״!!!eine Macht, mein Vicht ist Gott," dab. ״Gottesbeld. Golteserlenchter," so bedeutet dieser Name: ״!nein Mübcu ist Gott". dah. ״Gottsnchender." (!לאיו ein Nomen verbale nach Analogie von rrrd). Der Name ist hier als Attribut zu הגבר gesetzt und wiederholt, um die anhaltende Tauer <20 (׳ ist. wie ieb glaube, das Verbot jener Ansdrucksweise und der vnuud desselbe,! be! Jeremias zu verstehn und nicht, wie alte und neuere Erklärer bisher geglaubt haben, daß mau im Volke die Offenbarungen Gottes spottweise ..eine r!asl" genau:!! habe. Der Prophet gebraucht das Wort 2?בגא allerdings bei seiner Strafandrohung (B. :!'.!) in anderer Wehe mit oberstächltwer Andeutung. Im Volke aber halte man nicht das Wort anders gedeutet, sondern den Begriff der göttlichen Verkündigung allmalig versalscht. Daß übrigens Vüc 1\1יvc*vhcrcn schon zur Zeit Jerobeams 1. und Aäurb's in Israel ausgetreten. ersehen wir aus l. Kon. 13, IS. und C. 22