Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Aristeas
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 297 (sequence 17)
- Language
- German
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AristeaS. 297 Und nun vermögen wir uns der Lösung der am (Eingänge dieses Aufsatzes ausgestellten Fragen, über die Beziehungen AlerandrienS zum jerusalemischen Tempel und über das Sieligionöleben der Juden zu Alexandrien, mit mancher Sicherbeit zu nahen. Der Verfasser des AristeaS spricht mit großer Verehrung von dem Tempel zu Jerusalem, überbietet sich an Darstellungen der Heiligkcit derselben, des dort verrichteten heiligen Dienstes, des frommen Eifers der Priester und deren würdevollen Tbätigkeit u. dgl. m. Ob der Verfasser in Jerusalem gewesen und seine Mittheilnngen aus Autopsie beruhen, ist nach mehreren oben gegebenen Andeutungen stark zu bezweifeln; um so mebr tritt uns aber hierin die Wahrnehmung der tiefen Verehrung Alexandriens für Jerusalems Tempel entgegen. Alexandrien King dem Tempel zu Jerusalem an — der Verfasser schrieb für Alexandriner und auf sie war, wie wir erkannten, seine Schrift berechnet, — und nicht dem zwar naben, aber religionswidrig gegründeten und religionSwidrig aufrecht erhaltenen Tempel zu Leoutopolis. Versuchen wir auch den Ausschluß über daS jüdische Religionsleben zu Alexandrien Der Verfasser des AristeaS befindet sich ganz auf positiv religiösem Boden; er läßt den Hohepriester Elcazar nicht nur über Speisegesetze sprechen, sondern hebt auch viele andere religiöse Gebräuche hervor, bei denen ein halachischcr Einfluß unverkennbar ist, so die Tefilin, Mesusa, das Lesen des Schema und das in Alexandrien hochgehaltene Waschen der Hände vor dem Gebete 7). Und dennoch zeigt sich hier schon eine Richtung, die später zu der palästinischen Forschung und Auffassung des Gesetzes in diametralen Gegensatz trat. In Palästina suchte man das Gesetz nach seiner, das rcligiösc Leben normirenden Seite, nach der Ausübung zu ergründen; eine Ursache für das Gesetz anfzufinden lag außer dem Bereiche dcö ForschenS: es ist göttlich, geoffenbart, und hat daher als Wort Gottes seine vollständigste Berechtigung in sich. In 7) Dieses Wasche» der Hände vor dem Gebete ist »ich» in Verbindung zu bringen mit -׳1׳ Ende «abim, Traktat Lchabbat I I u»i> sonst, noch mit dem נטלת ידים, wovon Traktat Iedajim, Eh ulin 1m> ff. handeln. Die älteren palästinischen 'Autoren erwälmen sogar nicht des Waschen» vor dem Gebete, erst von den Emoratm wird sic Berachot >5, znr Vst ich!!jedoch nicht absolut, vgl. das.) gcinacht. Hingegen stand, wie aus Pbilo in Flaccum und anderswo ju ersehen, in Alexandrien das Waschen (Baden) vor dem Gebete von früher Zeit her in großem Ansehen. Frankel, Monal«jchr!fl VII. 21