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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1858-01-01 · Heft 8 · p. Seite 294

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 8
Article
Aristeas
Date
1858-01-01
Page
Seite 294 (sequence 14)
Language
German
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294 OlriilciuV I a rt»זי , der und Aoftftollinioi des und der H >1 g a d 1׳, d,s in Work und Ausdruck verkörperten rcligioö-poetiseben tSedankenS. Dieser Gedanke lebnte sich ursprünglich leise an die Schrift an, erweiterte sich im Laufe der Zeit;u einer in sich geschlossenen Neide au einander geketteter und gegliederter Gedanken, und endete in selbstständig umschreibende und poeti- ,eben und »»poetischen Schmuck anbäufende Paraphrase der irrlebnisse!׳ervorragender biblischer Persönlichkeiten, wie der Patriareben, Mosis u. A. י\11י.ז selche Schriften sind bekannt das Sefer Hajaschar, Gbaje Mesche ». a., deren Verfasser, wie sich bei einigen, tftiigeben;eigt, es keineswegs ans Betrug abgesehen batten, wndern i» wirklich frommer Absicht, die Schrift;u eerberrlichen und sremme bft'snble;» erwecken, an ibr Unternebmen gingen. - lieber Aierandriens süd. geistige Tbätigkeil nach der balacbische» Seite wird weiter manches erwäbnt werden; sand auch die l׳agadi!ckw :lkichtung ibre Befriedigung'f Nach der dem jnd. t^ciste allentbalben inwolnienden ForschnngSweise mußte die Hagada ancb in Alerandricn;ur (Geltung kommen, fand aber dort durch ibre Berülirnng inil der bellenisri׳-plastischen Darsielliingsweise ibren Ausdruck nickst in dem cin;clnen auftuckcnden poetische» (Gedanken, sondern im abgerundeten auch durch den Nei; der Formen ansiebende» Kunstwerke. Die Ha gada mußte sieb in ein den gebildeten astbelischen Sinn ansprechendes Gewand kleiden, wollte sie dem ttftscknnacke der keineswegs nngebildeten jüdischen Alerandriner genügen, lind für Inden, nicht für beidnische Grierlwn!wie Manche wäbnten, und daber mit dem Verwürfe des Betruges so verschwenderisch waren» war diese Hagaft! verfaßt. Ist es denkbar, daß Aristeas, der allentbalben die Sprüche der Schrift vernehmen läßt und auf deren eigensten Inbalt unaufhörlich anspielt, für Griechen geschrieben babc? Diesen mnßte er, wie oben erwäbnc, ebenso lächerlich als unverständllch erscheinen! Aristeas schrieb für seine Glaubensgenossen: das Merkwürdigste» das sie bei ibrer Ginwanderung in Alerandrien auftuweisen batten, und das als glänzendes Meteor an dem Horizonte ihres Glaubensbekenntnisses leuchtete, war die allgemein gangbare an die Stelle der Urschrift getretene griechische Uebersetzung der heiligen Bücher. Diese Uebcrsejznng war gleichsam eine;weite Offenbarung, bildete eine LcbcnSbedingung deS Glaubens: sie nun zu vcrberrlichen ist die nicht undeutlich ausgesprochene, dem eigentlicbcn Berruge fernliegende Absicht des

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