Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Aristeas
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 293 (sequence 13)
- Language
- German
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Aristeas. 293 thnSmnb erfaßt nickt die Gottheit in solcher Unmittcll'arkcit: liegt ihm doch der Zuneigung der (Götter ,um Mensche» ein egoistisch cd Motiv zugrunde! Nur im Monotboismus hat der höchste Begriff, der Gort als die Quelle aller Tugenden erkennt, der den Menschen um seiner selbst willen liebevoll überwacht, Wurzel und Berechtigung1). Wir müssen also die Schrift des Ariffeas für nntcrgcsckobcn erklären ׳). Ed drängt sich aber die eirage auf, zu welchem Zwecke schob der eigentliche Berfaffcr seine Schrift dem . alten, am Hose des Philadelpbud lebenden Aristeas unter? Beabsichtigte er hier wirtlich einen Betrug? Diese Zrage ist von bedeutender Tragweite und greift tief in das alerandriniscko Sckriftthun, ein. Ed sind and dem?llterihnme orakelartige Erdichte, gewöbulich die Snbillinen" oder ,,die sybilliscko» Bücher" benannt, erbalten. Manch Gedicht der Snbilline» will sogar de» alten Dichter DrphcnS zum Verfasser haben. Und dieser spricht von dem ״ein׳ zigen Gott", von dem ״aus dem Schilt Gezogenen" <Moses), so wie in mehreren Subillinen der Nus, daß ,,nur ei» Gott" durchtönt. Die erwachende Kritik wies nach, daß die Sybillinen einem Theile nach von alerandrinische» Inden berrübre», und man schrie laut über jüd. Betrug-'s. Diese» Kritikern ist jedoch, ein wichtiges Moment entgangen. Die palästinensisch-religiöse Thatigkeit ist bekannt: sie bewegte sich auf dem Gebiete der Hahaben diese mehrfach a11v><1claffen, dach genügen mehrere der oben angegebenen Proben. 1) (Hu zu Ende des!7. Jahrhunderts!ebellder junger englischer «belehr« ter. Humvhren Ho du. fühlte zuerst heraus. das: der Aristeas eine u!nerge« schabelte Schrift sei. Aber da nach dem Geiste jener?,eit die Kritik nur in schwerer Rüstung und mit einem grasten Gefolge gelehrter Zitate einheruehcn foniue, sltchte Ho du durch Nebendinge, als Demetrius Phalereus sei l'icht Bibliothekar des Philadelphus gewesen u. dgl. m. (vgl. dessen Abhandlung da vorgedrnckt feiirem lrefslichen de UiIיli<»r. tc־xt. ni-iuinal. Vers. Üxon 705) die Unechtheit des Aristeas uachzutveisen. Ein langer Dtreitder gelehrte Isaak Boost stand an der der Gegner, die er jedoch spater verließ — entspann sich; ein Gelehrter vertueinte, einen von Gott eingegedenen (!) Aus׳ weg in dem Gedanken gefunden zu haben. Aristeas sei ein am Hose des Philadelphus lebender Proselyt gewesen! 2) Da die gewöhnliche Schreibart. Attdere haben Aristeas, Aristaios. 3) Ueber die Dy billinen vgl. Güchenbach Gpigene. Balknaer in seiner trefflicher!. Monographie da Aristol>ula oludaeo, und in neuester Zeit Friedlieb und dett Franzosen Alexandre in seiner Ausgabe der Dybillinen.