Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Aristeas
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 284 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829220-2829229-2855933--04331-2855946- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
284 AristcaS. Gesetz mit goldenen (!) jüdische» Buchstaben verzeichnet war, vor dem König erschienen, so befragte er sie über die Bücher. Sie rollten sie vor seinen Augen aus, er stand einige Zeit still »nd sich säst siebenmal verneigend, brach er in die Worte aus: ״Euch, o Männer, meinen Dank, und noch mebr dem, der Euch sandte, am meisten aber dem Gott, von dem die Gesetze sind". Er befahl hierauf daß sic die verschiedenen Rollen in Ordnung bringen, und nachdem dieses geschoben, sprach er: Es war billig, o gotteüfürchtige Männer, daß ick' vorerst den Gegenstand, um deffentwillen ich Euch herbeiries meine Ehrfurcht bezeigte, jetzt reiche ich Euch die Hand. Der Tag, an dem ibr ankamt, ist mir theuer und wird es mir durch die ganze Zeit meines Lebens sein, denn er trifft zusammen mit dem Tage, an welchem ich den Autigonus in einer Seeschlacht besiegte. Der König lud sie hieraus zur Tafel und befahl dem Derotbeus Alles (für sie) so einzuriebren, wie eS bei den Juden Sitte ist, das Mabl wurde von einem Priester Eleazar, der zu der Zahl dieser Männer gehörre, mit einem Gebet für das Wohlergehen deS Königs eröffnet. Die Männer saßen um den König nach der Folge ihres Alters. Der König ft richtete nach einiger Zwischenzeit an die ilnn znnächst Sitzenden die Frage: ,,Wie werde ich das Reich bis an das Ende meines Lebens ungestört behaupten?" ״Wenn Du Dir, antwortete dieser nach kurzem Nachdenken, die Sanftmuth Gottes zum Vorbild nimmst, grosimüthig gegen die Schlimmen und gütcvoll gegen die, die dessen würdig; so wirst Du die Schlimmen von ihrem bösen Vorhaben ab- und zur Reue zurncksühren." Der König winkte ihm Beifall zu und wendete sich zum Folgenden mit der Frage: Wie er seine Handlungen einrichtcn soll? Zeige Dich Alle» gerecht und erwäge, daß jeder Deiner Gedanken Gott bekannt ist. Nimmst Dn den Ausgang von der Gottesfurcht, dann wirst D>t bei keiner Gelegenheit straucheln. ״Wie erwerbe ich mir gleichgesinnte Freunde?" fragte er den Dritten, worauf dieser antwortete: ״Wenn man wahrnimmt, daß die Sorge für Dein Volk Dir am Herzen liegt. Und Dn wirst hierzu gelangen, wenn D» auf Gott blickst, der dem Menschen- :!> Die Symposien der Grieche» sind bekannt: geistreiche Gespräche machrcn die eigentliche Würze des Mahls, Arifteao imprppisirl hier ein solches Symposion zwischen dem gebildeten, die Wissenschaft fördernden Ptolemäus und den weisen Männern, wie diese aus 'Palästina gesandten Ueberscper.