Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Aristeas
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 246 (sequence 10)
- Language
- German
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246 Aristeas. ferner die Beschreibung der von Ptolcmäus gesandten Geschenke. Wir geben zu einer interessantem Partie, zu der Beschreibung des Tempels und was AristeaS daselbst wahrnahm, über. ״Die folgende Erzählung, fährt AristeaS fort, umfaßt nnsere Reise zu Eleazar, vorher will ich jedoch Manches über die Lage der Gegend mittbeilen. Als wir ankamen, erblickten wir die auf einem hohen gedehnten Berge liegende Stadt, auf dessen Gipfel der Tempel prachtvoll erbauet ist. Er hat drei Mauern, die über sicbenzig Ellen hoch und von entsprechender Länge und Breite sind. Allenthalben zeigt sich ein ungemeiner Aufwand, auch an den Thürcn, den Pfosten und Obcrschwellcn. Ferner ist ein Borhang in Gestalt einer Thüre ansgebreitet, der, da er durch den vom Boden hineinwehendcn Wind bewegt wird, einen sehr angenehmen Anblick darbietct. Ferner befindet sich hier ei» dein Orte symmetrisch entsprechender Altar, auf dem die Opfer verbrannt werden. Dieser hat einen schönen, dem heiligen Dienste entsprechenden Aufgang, und die Priester sind mit bis an die Knöchel reichenden Gewändern ans ByssuS gekleidet. Daö Gebäude schauet nach Osteu, die Rückfeite ist gegen Westen. Der ganze Boden ist mit Steinen gepflastert und hat an passenden Stellen Senkungen für Wasserleitnugen, um das Blut der Opfertbiere wcgzuspülcn, denn cs werden an den Festtagen viele tausend Opfer dargebracht. Es findet sich eine unaufhörliche Ansammlung von Wasser, da eine reichliche innere (unterirdische) Quelle zufließt; eS sind nämlich in höchst kunstvoller Weise fünf Stadien um den Tempel herum unterirdische Behältnisse angelegt, diese haben unzählige Röhren, die in einander das Wasser ergießen und mit Blei und Erde bedeckt sind. Im Boden selbst sind viele verborgene nur den Priestern bekannte Oeffnungen, aus denen das Wasser mit Gewalt hervorströmt und das viele angcsammelte Blut der Opfer wegführt. — Von der Anlage dieser Behältnisse habe ich mich selbst überzeugt. Man führte mich einige Stadien außerhalb der Stadt und sagte mir, daß ick mich an einer gewissen Stelle nieverlegen und daö Rauschen der sich begegnenden Wasser ver- Aristeas mit auf. Vgl. weiter. — Daß übrigens zur Zeit des zweiten Tempels nur die nach Babylonien crilirten Stämme nach Palästina zurückkehrten und von zwölf Stämmen nicht die Rede sein kann, ist bekannt Auch hierin liegt die Fiction offen zu Tage.