Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Aristeas
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 243 (sequence 7)
- Language
- German
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NnsteaS. 243 Heer eiiigercihct, den Rest aber, Greise, Kinder und Frauen, seinen Kriegern als Sclave» überlassen. — Da ich nun wahrnahm, daß sich eine günstige Gelegenheit ^1 deren Befreiung darbiete, sprach ich zum König fönende Worte: ״Möge eö Dir, o König! nicht ungeziemend erscheinen, wenn ich über diesen Gegcnstand Dir Manches vorbriugc. Die Gesetzgebung, die wir nicht nitr abschreiben, sondern auch übersetzen lasse» wollen, gehört allen Juden gemeinschaftlich an. Wie wollen wir nun zu ihnen (den in Palästina Wohnenden) eine Gesandtschaft zu diescm Zwecke schicke», wenn sich in Deinem Reiche so viele als Sclaveu befinden? Befreie daher Deiner Seelcngröße gemäß die in Trübsalen Schmachtenden, besonders da, wie icb oft nachdachte, der Gott, der ihnen das Gesetz gab, deine Negierung bcschützt. Denn diese verehren den Alles überschauenden und erschaffenden Gott, den auch Alle und wir zumeist (verehren), wenn wir ihn auch anders benennen: Jupiter. Durch diese Bcnennung drückten die Altvordern nicht ungeschickt ans, daß durch ihn Alles Leben erhalte und entstehe, sowie daß er Alles leite und beherrsche ^). Da Du an Großmnth alle Menschen übertriffst so befreie die in Knechtschaft Gehaltenen." — Der König blieb eine kurze Zeit in Nachdenken versunken und ich betete in meiner Seele zu Gott, daß er seine Gedanken ans die Befreiung Aller lenke. Denn Gott gehört das ganze Menschengeschlecht, und er ändert und lenkt dessen Gesinnungen. Ich ries daher in meinem Herzen den Alles Beherrschenden mit vielen und mannigfachcn Gebeten an, daß er den König veranlasse, daö z» thun was ich erbat. Ich hatte auch große Hoffnung, daß Gott meine Bitte erhören werde; denn was Menschen in Heiligkeit zum Zweck des Dienstes und der Ausführung guter Werke zu thun beabsichtigen, beschützt der Alles regierende Gott" '). Der König willigte auch in der That ein. Gs erging ein Ediet daß die jüdischen Selaven entlassen werden sollen: für jeden Sklaven erhält der Besitzer zwanzig Drachmen aus dem königlichen Schatze. Die hierfür verwandte Summe belief sich, da der König auch für jeden Säugling zwanzig Drachmen auszahlen 3) Im Griechischen ist Zfjy«, und hieraus gut passend <V or iounodovvnu ra narra. Im Deutschen ist Dieses nicht wiederzugcben. 4) Wer erkennt hier nicht den frommen Juden, der sich vergebens hinter den Ausdruck ״wir benennen ihn Jupiter" zu verbergen sucht?