Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Aristeas
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 240 (sequence 4)
- Language
- German
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י 240 AristcaS. anderen Unterthanen ihres Reiches gleichhiclten. Und die religiöse Unabhängigkeit mochte nickt augcstrcbt werden, da der Tempel zu Jerusalem der eigentliche Mittelpnnct war, der daS religiöse Sehnen und Streben der Rahen wie der Fernen in sich concentrirte, der Brennpunkt aus dem in tausend und abermals tausend Strahlen die religiöse Wärme nach allen Richtungen sich verbreitete und in lebendigen Strömungen wieder zurückfloß k — Allein ein unseliger, in Jerusalem zwischen Priestcrbrüdern ausgebrochener Zwist drohete diese Wärme abznleiten. Zwischen den Söhnen Simons, der Fromme genannt, hatte sich ein Streit um die Hohcpriesterwnrde erhoben; der unterliegende Onias flüchtete nach Alexandrien und erhielt von einem PtolemäuS die Erlaubniß, zu Leontopolis im östlichen Egypten einen Tempel nachdem Borbilde des jernsalemitischen zu erbauen und daselbst die vorgeschriebene» Opfer zu verrichten^), Es war also den Alexandrincrn ein Anhalt zur religiösen Selstständigkcit gegeben; wurde er benützt oder überwog die angeerbte Ehrfurcht vor dem alten Heiligthnme und der Gedanke, daß eS der Repräsentant der Einheit des Glaubens und der Glaubensgenossen sei, das auch in confessionellen Angelegenheiten sich nicht selten geltend machende Gelüste nach Rivalität? Der geacktetste jüd. Schriftsteller Alexandriens, Pbilo, erzählt zwar: ,,Auch die entferntest wohnenden Inden halten die Tempelstadt (bei Philo die gewöhnliche Benennung für Jerusalem) für die Metropolis, weil dort der heiligc Tempel des höchsten Gottes ist" '). ״Die Jude» haben nur einen Gott und nur einen Tempel". ,,ES ist vorgeschrieben, jedes Jahr die Hebe, vom zwanzigsten Lebensjahre an gefangen r') zu bringen. Es sind daher allenthalben Schatzkammern für das heilige Geld angelegt, und ist gebräuchlich, daß Jedermann dorthin die Hebe abgebe. Dieses heilige Geld wird dann zu gewissen Zeiten nach dem Tempel gesandt" '׳). Ob jedoch diese bei :t) Pgl. Wcnachot 10!*. j. Joma 0, :!. Joseph, Alterth. 1». :i. 1 ff, Jüd, Krieg 7, 10, 2, :i. Diese Quellen differiren in mancher Hinsicht van einander; Josepbus läßt den Tempel zu Leontopolis von einem Enkel Simons errichten, und nennt den egypt. König PtolemäuS Philometor. Die nähere Auseinandersetzung gehört nicht hierher. — Ueber die Lage von Leontopolis vgl, den 5. Jahrg. dieser Monatsschr. S, 293 4) In b'Iaceum tz. 7. 5) Das bekannte סחצית הדקי. 6) De Monarchia p. 822