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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1858-01-01 · Heft 6 · p. Seite 211

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 6
Article
Zur Geschichte der Synagogen-Gemeinde in Königsberg
Date
1858-01-01
Page
Seite 211 (sequence 9)
Language
German
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Zur Geschichte der Synagogen-Gemeindc in Königsberg. 211 noch immer drückenden Verhältnisse kam, wohl auch mehr Milde und Nachsicht, da die Israeliten die Gefälle an einen Glaubensgenossen und nicht mehr an Thorschreiber und Andere zu geben hatten, die sie nach der Denkweise damaliger Zeit hart anlassen und quälen mochten. Das Patent, welches oor Augen stellt, wie theuer und schwer die Israeliten das Recht erlangten, zum Reichthume und dem Aufblühen des Landes beizutragen, lautet wie folgt: Wir Friderich von Gottes Gnaden König in Preußen, Marggraf zu Brandenburg u. s> w. fügen hicmit zu vernehmen, daß, nachdem Wir das hiesige KönigSbergische Inden-Geleit an den Schuh-Juden, Bendix Jeremias, von bevorstehenden Trinitatis 1712 ans zwey Jahr verarrendirren lassen, Wir nöthig zu seyn erachtet, denen ankommenden Juden, wie sie sich hinkünfftig hieben zu verhalten haben, kund machen zu lassen, und müsse» danncnhcro 1. Die. sich hier einfindende frembde Juden keinem, als an besagtem Bendix Jeremias, das Geleit zahlen und von selbem den Geleit-Zettel nehmen. 2. Ein jeder anherokommender Jude, der ein Jüdischer Herr genennet wird oder vor sich handelt, zahlet dem Geleite zwölff Gulden. 3. Ein Jüdischer Diener aber nur sechs Gulden. 4. Von Bezahlung solchen Geleits sind so wenig die aus Teutsch- und Holland kommende als die Polnische, Lithauische, und Reußische Inden, es wäre dann, daß sie deßwegen von Unserer Höchsten Person ein specialeS Privilegium erhalten hätten, ausgenommen, sondern 5. Der Jude, welcher das Geleit versähret, soll das Erstemahl mit zehen, das Andere mit zwantzig und das Drittemahl mit funffzig Rthl. Straffe angesehen werden. 6. Sobald der Jude das Geleit bezahlet, muß er von dem Arentadore sogleich den Geleit-Zettel, in welchen der Tag eigentlich exprimiret ist, empfangen. Weilen 7. Kein Jude länger, als höchstens vier Wochen in Königsberg bleiben soll, wann er gleich von neuem das Geleit bezahlen wolte, sondern cs muß derselbe sofort, nach geendigter Geleit- Zeit, sich aus der Stadt begeben, bey Straffe eines Dueaten vor den ersten Tag, den er länger bleibet, zwey Dueaten vor den andern Tag und so weiter; Welches

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