Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zur Geschichte der Synagogen-Gemeinde in Königsberg
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 206 (sequence 4)
- Language
- German
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206 Zur Geschichte der Shnagogen-Gememde in Königsberg. das Hausiren der Juden aus dem Lande will Adv. Fisci nicht zu lassen. Den vom Juden Hirsch gemachten Vorschlag, daß jeder Jude, der mit geschorenem Barte nach Königsberg käme, als Strafe fünfzig Tbaler an das K. Waisenhaus und zehn Thaler an die Jndenschast zahlen solle, misbilligt Adv. FiSci entschieden. An mailchen Orken sei zwar den Juden eine Auszeichnung an Bart oder Kleidung vorgeschriebe», wie zu Venedig rothe oder gelbe Hüte. Aber solches bindere nur ihre Bekehrung. Es prostitnire dieselben nur dem gemeinen Manne und dies flöße ibnen ״Abscheu gegen die Ebristen ein, von denen sie auf solche Weise, als gleichsam von ihren Feinden, übel gehalten worden." Zur Eharaktcrislik der damaligen Israeliten dient eö, wenn Adv. Fisci weiter sortsäbrt, als löblich und hoffnnngöreich für die zu wünschende Bekehrung, anzudcnren, daß die Indischen Aerzte auch ״am Sabbate Christen, ob sie gleich nur geringen Standes seien, sich bülfreich erweisen." Die Inden ließen ihre Kinder in den Vnlgarsprachcn nnterrichten, dieselben mit christlichen Kindern umgehen, sic brauchten christliche l'rnooopwro». trügen kein Bedenken, die christliche Kirche zu besuchen, wenn man sie nur nicht zwinge nieder zu kniecn, oder das Haupt zu entblößen. Sie kleideten sich den Christen gleich auch in Stoffe, die von Wolle und Leinen untermenget sind, tränken Weine aus christlichen Gefäße», äßen mit den Christen, ibr Bart wäre nach christlichem Gebrauch beschoren, sie gebrauchten christliche Hebammen, lüden zu ihren Beschucidungcn und Festtagen der Ostern, Lanberhütten und Purim Christen ein, bedienten siel» zu Gastinahlcn auch wohl christlicher Köche, unterrichteten die Ehristc» in der hebräischen Sprache, auch selbst im Talmud, und verkaustcn hebräische Bücher auch an Christen, welches Juden ehemals für eine Todsünde gehalten. Der Jude Hirsch schlägt vor, den Judenzoll, den die Städte Altstadt und Kneiphof für sich cinziehen, an die König!. Rentkammer zahlen zu lassen. Adv. Fisci wendet dagegen ein, daß dies ein Einkommen der Bürgermeister bilde, die auch Müh« haben bei den gegenseitigen Klagen der Juden und Bürger. Wollte man dies den Bürgermeistern nehmen, so würde nach dem Bekannten quoll ingratus labor cst, quem praemia nulla