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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1858-01-01 · Heft 5 · p. Seite 193

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 5
Article
Thomas de Pinedo
Date
1858-01-01
Page
Seite 193 (sequence 3)
Language
German
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Wissenschaftliche Aussätze. 193 ort. In Trancoso, einem kleinen Städtchen dieser Provinz, an dem Tabora, dessen Wasser agrada :1 las liennosa.s damas ist. gelegen, erblickte unser Thomas im 'Jahre 1611 das Licht der Welt. Er war von edelm Geschlechts entsprossen; sein Vater gehörte der Jamilie Pinheira, wie auch Thomas sich anfangs nannte, an, seine Mutter war eine geborene Fonseca, ein Name, der vielen spanischportugiesischen Juden eigen ist. ohne daß sie deshalb zu derselben Verwandtschaft gehören. In dem genannten Orte verlebte er seine Jugendzeit, bis er, wahrscheinlich des Besuchs einer Lehranstalt wegen, seinem Oheim in Madrid zur Obhut übergeben wurde. Wir brauchen wohl nicht zu bemerken, daß keine jüdische Schule unfern Thomas dort aufnehmen konnte. Während andere seiner verkappten Glaubensbrüder in den Hörsälen Eoimbra, Salamanea und Balencia sich Schätze des Wissens sammelten, wurde Thomas von den Jesuiten, den vorzüglichsten Lehrmeistern der damaligen Zeit unterrichtet, und füllte bei diesem ״zum Unterricht der Jugend gleichsam geschaffenen Orden" seinen Geist mit den eminentesten Kenntnissen. Er gedenkt auch im spätern Alter, als er die Larve der Verstellung längst von sich geworfen hatte, noch in aufrichtiger Dankbarkeit seiner Lehrer. So fügt er an einer Stelle, wo er gelegentlich von 'Madrid spricht, folgende Worte hinzu: Madriti, 11 bi uos cducati suinus ac literis operam inpendiimis, 8ub diversis uiagislri« ac postrerno ß־ub Francisco de Macedo Lusituuo, poeta et oratore sinmno, Philosopho et theologo eruditissimo pc'nos J csnitas, gent(!m e r u d נ e n d a e a do 1 e 8 c c 111 i a e n a t a m 1). Doch nicht die Jesuiten und ihre Doctrinen konnten den Funken warmer Liebe zu seiner Stammreligion erlöschen; ja durch, ihr Weck loderte er in späteren Jahren wieder zur Hellen Flamme auf, denn auch ihm war es beschieden. das unduldsame Spanien zu meiden, und er gehört zu den wenigen Glücklichen, denen es vergönnt war. den Gefängnissen der Inquisition unversehrt entwischen zu können 2). Keines andern Verbrechens als des Neides verdächtig, nullius crhninis 8ed invidiae reus, wie er sich in der von ihm selbst verfaßten Grabschrift ausdrückt, flüchtete er aus Madrid und ließ sich in dem 1) Thomas de Pinedo, Stephanus de Urbibus ctc. (Den. vollständigen Titel w. u.) 361 n. 55. 2) Excanrus janv ex hoc Arcopago Deo Opt. Max. gratias agentesr quod salvi et indemnes egressi i8umus. Raro enim illinc datur exitus? uisi amiss in bonis cum vita, aut ealtem parte bononim 11 na cum vale tudine et honore. L. c. 129. ,

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