Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur Geschichte der Synagogen-Gemeinde in Königsberg
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 12)
- Language
- German
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174 ftur Geschickte der Tynaaogcn-Gemeindt in Königsberg. Wir wollen iudeß nickt verhehlen, daß der letztere Umstand, über welchen wir einen directen Kön. Erlaß nicht vorgefnnden, noch einiger Anfklärung bedarf. Denn allerdings wird von den Israeliten im I. 1701 die Anschaffung von 20000 Thalern gefordert, aber dies in dem vorliegenden König!. Erlaß vorn 16. Juli 1701 der Art motivirt, daß der König zur Verstärkung der Miliz einen constderablen und zulänglichen Beitrag erlangt. Sv sollen denn die Inden nickt weniger als andere Untertbanen damit an die Hand gehen. Von denselben sei also gefordert werden, daß sie, ״nebst endlicher Profitirung ihres Vermögens den 10. Pfennig sd. i. Tbcil) davon entrichten sollen." ״Wenn aber dieselben sothanen modum collectandi allernnterthänigst perbethen", indem daraus ihr Ruin folgen müsse, ״und ihre Schuldigkeit zu diesem Beytrag ans andere Weise zu bezeigen" fick erboten, so soll sämmtlicke Judtnsckaft 20000 Thlr. aufbringer und selbige auf die Weise wie anno 1690 bei Aufbringung einet gleichmäßigen quanti geschehen, unter sich rcpartiren." Hiernad sollen die Juden im Königreich Preußen 500 Tblr. zu obige׳ Summe beitragen. Man ersieht hieraus beiläufig, daß die An zahl der in den übrigen Pr. Landen wohnenden Israeliten zr den im eigentlichen Preußen befindlichen, sich damals wie 39: 1 verhielt. Der Preußischen Negierung wird der Befehl wegen dei 500 Thlr. nochmals unter dem 10. Januar 1702 in Erinncruue gebracht. Nach einem Kön. Erlaß vom 2. Mai 1702 soll indes ■ auch vorläufig nur die Hälfte von den 20000 Thlrn. aufgebracht werden. Einiges Licht auf die damaligen Verhältnisse wirft auch eir Erlaß vom 24. Decemb.1701 ׳ an den Hauptmann zu Marienwerder und Hiesenburg, derselbe habe ״nicht geringe Verantwortnng durch Toleriruug der Juden aus sich geladen." Der König wollte also einen Bericht haben über die Zahl der dortigen Juden, wie stark ihre Familien, über ihre Hanthierung u. s. w. und ob sie die Jahre her den gewöhnlichen Juden zoll, für sich und die ihrigen Kopfschoß und andere ״publiquen Contributionen " gezahlt. In einem Schreiben des Königs an den Hanptmann zu Preusch-Mark vom 14. Oetöb. 1701 heißt es, eS sei den Juden nur gestattet, zur Beförderung des Handels, sonderlich 1) Acta des geb. Arch,