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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1858-01-01 · Heft 5 · p. Seite 165

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 5
Article
Zur Geschichte der Synagogen-Gemeinde in Königsberg
Date
1858-01-01
Page
Seite 165 (sequence 3)
Language
German
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Zur Geschickte der Synagogen-Gemeinde in Königsberg. 165 eindringlicher wirken, als der unablässige Versuch, auf diesem Grunde des vortau scndj übrigen Israel mir seinen Menscheu- und Gottesliebe lehrenden Gesetzen und WcisheitSsprüchen, mit seinen Dichtern, Sehern und Märtyrern, der Forts e tz n n g in dem gegenwärtige n Vcrskändniß und Geltung zu verschaffen? Aber cS fehlte zu dem Zwecke zu allen Zeiten der Gesannnkheit das rechte Organ, und auch jetzt noch wäre den Israeliten in Maffe in dieser Beziehung mehr Sorgsamkeit, vor Allem mehr zusammenhängende Kenntnis; des eignen Alterthums, mehr Ueberzeugungs-Mnth, mehr Takt und Geschick zu wünschen, an dem rechten Orte das rechte Wort schonend zu sagen, nicht um den Andern zu verletzen, sondern ihn mild und gerecht zu stimmen. Dieser Umstand, daß das Wesen und Beginnen der JSraeliteu den Anderen so ganz fremdartig blieb, machte, daß man, anstatt eine mehrtausendjährige Duldung für den Glauben sittlick zu würdigen, mehr nur von der Scheu des Unbekannten ergriffen war, wozu freilich mitunter auch Eigennutz kam, welcher dergleichen als Mittel und Vorwand benutzte. So wurden denn thcilweise Israeliten mit Zanbererir identisicirt. Mancher israelitische Arzt in Deutschland wurde als Zauberer verbrannt, weil er Christen in schwerer Krankheit daö Leben gerettet. Ein Gesetz des Hochmeisters Siegfried von Feuchtwangcn stellt Beide mindestens zusammen, wenn es im Fahre 1309 bestimmt, daß kein Jude und kein Zauberer in Preußen geduldet werden solle a). Andererseits verstand es sich nach damaligen Begriffen von selbst, daß die Juden überall ans unredlichen Erwerb und Betrug ausgingen. Mochte dergleichen auch in einzelnen Fällen vorgekommen sein, zumal da schlechte Behandlung und Roth auch demorali streu kann, so traf es doch wohl nur Leute untergeordneter Stellung, und Manches, von (damals wohl nicht seltnen) nichtisraelitischen Dieben Entwandte kam auf die Rechnung der einmal für verdächtig Gehaltenen. So werden wir noch in spaterer Zeit sehen, wie für ein dem Könige abhanden gekommene- Siegel alle Israeliten verantwortlich gemacht wurden und welche Folgen dies hatte , obschon, wie es scheint, das Siegel sich wieder fand und die Untersuchung ergab, daß einige Bauernknechte «S gestohlen. Wä׳.׳e der damalige Geist der Israeliten über- .-..s- Paczto. Bersuch ein« lAesch. Königsbergs. S. 23N. 12*

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