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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1858-01-01 · Heft 5 · p. Seite 164

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 5
Article
Zur Geschichte der Synagogen-Gemeinde in Königsberg
Date
1858-01-01
Page
Seite 164 (sequence 2)
Language
German
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164 Zur Geschichte der Synagogen-Gemeinde in Königsberg. Privatmeinungen handelt, sondern daß jene Jrrthümer in ihrer weiten Verbreitung und Hartnäckigkeit factisch und tief in das Lebensgeschick so Vieler eingrcifen, daß die Summe leiden muß und sich selber aufgibt, wenn jeder Einzelne seiner Obliegenheit sich entzieht. Unter den Irrenden, unter den Gegnern ISraclS waren sehr häufig auch edle Männer, die mit Dank den Nachweis des Jrrthums ausgenommen hätten, welchen man auch schon der Wahrheit, als solcher, schuldig war, in Hinsicht deren man nie unbestraft gleichgültig bleibt. So verloren die Israeliten allmälig. die Befähigung — in welcher ihre Alten Lolksredncr so unübertroffen dastehen׳— sich über dergleichen Dinge passend und mit Berücksichtigung des gegnerischen Standpunctcs überzeugend auszusprechen. Man suchte dem Andern durch Extravaganzen, durch Mitthcilung theilweiser minutiöser ritueller Bestimmungen ׳in Erstaunen zu setzen, die ihm nur nnverständlich und daher lächerlich waren, anstatt auf das rechte, Beiden bekannte, biblische Wort und das herrliche Vorbild der Alten zu verweisen. Denn die Aufklärung über das Wesen des JsraelitenthumS war und ist ja einfach genug, man durfte nur in dem neuern daö alte erkennbar erhalten, mit dem neuern JSraelitenthum au das alte erinnern, wie z. B. skr die neuertt Griechen nur die Erinnerung an die vormaligen in uns Allen jenes begeisterte Interesse weckte. Die Schriften des he-' bräischen Alterthums haben in christlicken Ländern bei Gelehrten und Ungelehrten die grenzenloseste Verbreitung gesunden. DaS Studium der Bibel und auch des Hebräischen blühete wieder seit der Reformation. In Königsberg selbst disputirte im Jahre 1635 Magister Bohlius in rabbinisch-hebräischer Sprache. Er und Ledebur schrieben über hebräische Aceentuation '). Ernesti, Arnoldi, Miölenta und ScheidiuS sprachen und diSputirten hebräisch, der vorletzte 1616 zu Gießen, letzterer zu Königsberg in den Jahren 1641 und 42 drei Mal *). Was knüpfte sich hier Wohl näher an, als die unablässige Hinweisung auf jene alten, bekannten und heiligen Lehren, deren ganz eigenthümlichstcs Erbe ja Israel, dem ״ersten Sohne" göttlicher Geistesgcburt und Belehrung (2 Mos. 4, 22) angehört, was konnte 1) Bohlius, scrutimuna seasus 801\ sacrae cx accentibus. Rostock ILM. — Ledebur, de natura acceniuuni'Hebr. tonicorum. Regioin.1644. 2) Baczko, Gesch. Preu-ßens. 8b' VI. S. 257 f. ־*־ י ' ■r?

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