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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1858-01-01 · Heft 4 · p. Seite 135

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 4
Article
Über den Geist des Commentars des R. Moses ben Nachman zum Pentateuch und über sein Verhältniß zum Pentateuch-Commentar Raschi's
Date
1858-01-01
Page
Seite 135 (sequence 19)
Language
German
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Weber den Geist des Eommcntars des R. Moses benNachnian re. 135 balistischcn Ansicht hängt auch das sog. Arcanum der Jmprägnatton (~סור ר־,עבר) jufammen, welches darin besteht, daß die Seele eines Frommen sich mit einer minder geweihten vereinigt, dieselbe in ihrer Rückkehr vom Abfalle unterstützt, mit heiligenden Ideen befruchtet und gewissermaßen ihre Wiedergeburt veranlaßtJ), Eine vollständige Analyse dcö Pentateuch-Commentars yi geben, verbietet der beschränkte Raum. Als die am meisten bezeichnende und dennoch oft verkannte Seite muß schließlich hervorgehoben werden, daß Nachmani's Eregest eine voraussetzungslose, von keiner Zcitphilosophic beeinflußte ist. Für den gläubigen Nachmani war das Bedürfniß gar nicht vorhanden, das lebendige Wort Gottes mit einer die Dignität des Absoluten nimmermehr beanspruchenden Specnlation zu conciliiren; er gehörte zu jener auserwählten Klasse jüdischer Denker, die es als einen Anachronismus betrachteten, wenn man die Bibel nach aristotelischen Kategorieen sprechen ließ, und die lieber mit einem von der Philosophie nicht getrübten Sinne an die Schrift gingen, um sie ans sich selbst zu erklären. Die im Commcntar bloß sporadisch auftretenden philosophischen Resultate lassen daher durchaus nicht ans irgend eine Beziehung Nachmani's zur Zeitphilosoplne schließen. Nachmani war kein Philosoph in dem Sinne, welchen man an diese Bezeichnung zu knüpfen pflegte. Dem das Mittelalter beherrschenden AristotcliSmuö stand er, wie schon bemerkt, feindlich gegenüber. Eben so wenig ist vorauSznsctzen, daher die übrigen philosophischen Systeme ans den Quellen kannte, wie jedoch andererseits die Annahme R.Schemtob'ü beuSchemtoh b), daß Nachmani in die Gedankenkreise der Aristotcliker gar nicht einging und die Tragweite ihrer Lehren nicht gehörig zu würdigen verstand, ungerechtfertigt erscheint; er hatte vielmehr mit der Kabbala zu-׳ gleich den dieselbe charakterisircnden Eklektieismus, eine gewisse Anzahl traditionell sich forterbender Sätze überkommen, deren ursprünglicher Charakter dilrch dieses HeranSreißen ans dem Zusammenhange fast verwischt war und aus denen er sich zu Zeiten Schlüssel für die Lösung biblischer Fragen wählte. So finden sich bei Nachmani zuweilen Anklänge an verschiedene philosophische Systeme, die oft genug zu verkehrten Behauptungen Veranlassung gegeben haben. . 7) Andeutungswe'^r zu bev. 18,׳ K; deutlicher im Srejn שעד. b) ה#מוגזת 's VI, 6. 10

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