Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Über den Geist des Commentars des R. Moses ben Nachman zum Pentateuch und über sein Verhältniß zum Pentateuch-Commentar Raschi's
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 14)
- Language
- German
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130 lUbor N'11 Geist des (lomini'ntare des 9t. SÖ(ofe$ bcn Nachinan 1c. geordnete ii^vfabtoit mit der des Ehebruches verdächtigen, Frau und die Feigen desselben sind wunderbare Ausflüsse der göttsichen Fürsorge für die!)ieiuheit der israelitischen Familien (zu siinm. 5, 18). — Die Thatsacke, daß der Goldstaub auf der Oberfläche des Wassers schwamm, ist einfach als Wunder aufznsassen (zu Er. 32, 20). — Die Möglichkeit, daß ein König an der bochbetagtcn Sarah Gefallen sin den tonnte, ist dadurch erklären, daß sic ״vielleicht" nach der Erzählung des Midrasch vollständig verjüngt wurde (zu Een. 20, 2), In ciuzelneu Fällen unterläßt es Nachmani, die Wunder zu vereinfachen und steigert sie vielmehr, indem er den Grundsatz ausstellt, daß ein Wunder von dem andern begleitet wurde. Die Schlangenbisse werden deßhalb durch das Hinschauen aus die eherne Schlange, der Schaden wird durch den Beschädiget׳ geheilt (zu Rum. 21, 0). lieber das Wesen der Prophetie äußert sich Nachmani in folgender Weise: Das Propheteutlmm ist zur Bestätigung des Inhaltes der Bibel nothwcndig und wird selbst durch die Wunder, welche bei dem Eintreffen der vorherverkündetcn Ereignisse Mitwirken, bewabrheitet. Es gibt verschiedene Grade der Prophetie. Allen Propheten, mit Ausnahme Mosis. manifestirt sich der göttliche Wille durch die Vermittelung eines Engels (zu Gen. 18, 1). Der große Gesetzgeber allein steht in unvermittelter Beziehung zu Gott und wird einer eigentlichen Theopbanic gewürdigt; es bedarf für ihn keiner besonderen Zeit und Ltünmung, um die göttlichen Mittheilungen aufzuuelmen. Die prophetische Verküudigung gelangt an ihn nicht in der Form einer räthselvotten Vision, sondern in den klarsten und unzweideutigsten Ausdrücken. Während alle anderen Propheten in einen trauntähnlicheu ekstatischen Zustand verfallen, trifft ihr» die göttliche Mittheilung bei vollstem Bewußtsein (zu Num. 12, 0 — 7). Moses ist über- Haupt der volltommeustc Mensch, er ist bis au die äußerste Grenze der Erkenntniß Gottes vorgedrungeu, die Pforten der Weisheit habeil sich ihm wie keinem Sterblichen erschlossen, sein ganzes Leben stellt eine utlnuterbrochene Kette der Gottesverehrung dar, den einzigen dunkeln Punkt bildet die Sünde bei ׳ den Haderwassern *). Während also die Propheten im Allgemeinen bloß s) Nachmani nimmt mir N. Klmnaud an, daß die Sünde Mosis darin bestand. daß er das Wunder am Felsen nicht aus Katt zurückführt«, sondern