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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1858-01-01 · Heft 4 · p. Seite 123

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 4
Article
Über den Geist des Commentars des R. Moses ben Nachman zum Pentateuch und über sein Verhältniß zum Pentateuch-Commentar Raschi's
Date
1858-01-01
Page
Seite 123 (sequence 7)
Language
German
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lieber den Geist des CommentarS des $. MoseS tun!Macbman u. 123 religiöse öVomütl) in dieser ober jener Form \\1 ihm erhebe, es wird l'U'b eine Vcrstttlichung des Menschen, ein LoSreißen von der Natnrnothwendigkeit angestrebt. In allen Geboten lic^t ein veredelndes Moment, die Anleitung \\\ einem reineren ethischen Streben (tu Dent. 17, 14). Dies uachzuwcisen ist eben die Aufgabe, die sich Nachmani stellt, und meistens auch gelöst hat. Folgende Proben sollen dies darthun: Alle biblischen Gebote haben ihren Gesammtauödruck am Deka log׳ dieser zerfällt in zwei Pentadcn, deren einzelne Glicder einander entsprechen und somit sondern sich die biblischen Gebote in zwei Gruppen, von denen die erste auf das Verhältniß der Menschen zu Gott, die andere auf das Verhältnis der Menscheu unter einander sich bezieht'). Zn den einzelnen Geboten übergebend, widmet Nachmani der Erklärung des OpserwescnS eine ausführliche Besprechung. Zuvörderst weist er die Ansicht Maiinuni'S (Moreh III, 32), daß nämlich in den Opfern eine Gegenwirkung gegen das im Volke wurzelnde alte Heidenthum ausgesprochen sei, energisch zurück. Einen solchen, bloS negativen Grund, der die Opfer ihres heiligen Charakters entkleidet, kann er nicht gelten lassen; das hieße den Tisch des Herrn entweihen, wollte man annehmen, die Altarspenden dienten nur dazu, das Volk von seiner früheren Abgötterei abznzichcn. Dieser Ansicht widerspricht noch, nach der Meinung Nachmaui's, die biblische Erzählung, daß schon vor der sinaitischen Gesetzgebung dem einzigen Gott Opser gebracht wurden 2). Nachmani geht daher von einem anderen GesichtSpunkte aus: das Leben jedes Einzelnen ist reich an Oscillakioncn des Gehorsams und Ungehorsams gegen den göttlichen Willen. Ist die Unterwerfung unter das höhere Gebot im Stande, dcn Menschen mit Gott zu verbinden, so bewirkt die Lossagung, der Abfall von der Herrschaft des Schöpfers, ein 1) Nachmani zu Ex. 20, 12. In einem ähnlichen Sinne spricht sich Philo (de decalogo c. 12 M. II. 1S8—ISO und ib. c. 2!) M. II, 205) und der Sohar (w 'ם cd. Crcm&na col. 100—101) aus. 2) Abravanel (Vorrede zu ויקרא, ed. Venet. 228b) sucht jedoch nachzuweisen, daß die Ansicht Maimuni's mit der der Talmudlehrcr vollkommen übcreinstimmc'nnd daß Nachmani die für Maimuni sprechenden Sätze übersehen habe (והסר,ת* טהדב דנדטני שהיד הגמרא לפניו נטוו1 דו ן עחן איך לא יאר, ד,טאמד הזה כי הוא מסבים לדבר* הרב וזטווד).

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