Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Über den Geist des Commentars des R. Moses ben Nachman zum Pentateuch und über sein Verhältniß zum Pentateuch-Commentar Raschi's
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 5)
- Language
- German
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Ucficr t>crt Geist des EommentarS des R, Mosebcn Nackman re. 121 ©et Halacha gegenüber verhält sich Rachmain nicht bloS reserireud, sonder» er sucht sic überall mit seinem eigenen Geiste zu durchdriugen, in den Worten der heil. Schrift selbst zu l׳egründen und.aus ihnen uothweudig folgen m lassen. Der Notbwendigfeit der Tradition spricht er in folgender Weise das Wort: ״Wenn die Auslegung des Gesetzes dem Ein- Zeinen anheimgegeben worden wäre, so batten sich bald vielfache Meinungsverschiedenheiten herauSgestellt und die Lehre hätte in jedeiy Zeitalter eine andere Gestalt angenommen. Die Forderung ergeht daher au den Israeliten, die Aussprüche der alten Weisen als bindend anzuerkennen, sei es, daß sie diese Ausspräche traditionell aus der Zeit der sinaitschen Gesetzgebung empstngen oder daß sie nach den Eingebungen ihres eigenen VerstandeS die Schrift aus sich selbst erklärte». Ihre Auslegungen, sollten sie uns auch nicht richtig erscheinen, sind dennoch allein maßgebend; denn der Herr spricht aus seinen Frommen und bewahrt sie vor jedem Jrrtbume 1).“— ״Ja, wenn die Ergebnisse der grammatischen Exegese mit den recipirteu Erklärungen im direkten Widerspruche stünden, könnten sie dennoch das Gebäude der Tradition nicht erschüttern, denn die alten GesetzcSlchrcr allein sind die stimmberechtigten "״נעלי הל׳צון, deren Aussprüche auch in dieser Beziehung als zuverlässig anzunehmen sind 4 5). Nachmaui hebt daher an vielen Stellen ausdrücklich hervor, daß die talmudische Interpretation überall den richtigen Sinn in der Schrift gefunden habe''׳), und bestrebt sich, die nberkommenen Auslegungen mit dem natürlichen Wortsinn anSznsöhnen und die Möglichkeit einer Vereinbarung der talmudische» und grammatischen Exegese nachzuwciscn. Obschon diese Nivellirungstheorie ihm selbst überflüssig scheint, da er sich die Erklärungen der Rabbinen, mit eincin höheren Charakter ausgestattet denkt, * so wendet er sie doch häufig an, um dieselbe — wie er selbst 4) Nachmaui zu Deut. >7. tl. Dadort Gesagte ist ein fast wörtlicher Auszug aus dm Glossen zum השגר. לשרש הראשון) ס'!־.ביצות p, 9d — 10a). 5) ולטוטפות בץ עיניך אץ למלה הזאת משפחה ידועה אבל בעלי הלשון יחשבו ליחס אותה אל לשץ והשף אל דחם ונו׳ ■ אבל רבותינו יקראו הדבר המונח בראש טוטפות כמו שאמרו לא בטזטפות ולא בסנבוטץ ... והס בעלי הלשון שמדברים גו ויודעים אוחו (zu Ex. 13, 10) ומהם ראוי לקבלו. G) והכלל כי הקבלה בכל מקום אמת (zu Ex. 21, 24), vgl. noch zu Dtut. Id, 14 und Id, 18.