Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension] / J.
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 108 (sequence 3)
- Language
- German
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108 Reeensionen und Anzeigen. anderer sagte sich der Nolbwendigkeit, ״sicherlich mit dem Hintergedankt«, daß cs mit dem aufgczwungenen Christenthume nicht so ganz ernst sein werde." ״Wirklich fuhren die eonvcrtirtcn Juden fort, das Judentbum als religiöse Nvrin zu betrachten, beobachteten den Sabbat wie die Stoekrvmer den Jovistag, übten Befchneidnng an ihren neugeborenen Söhnen und Sklaven" u s. w. Namentlich konnten «e das ungehindert thnn unter der mildcit Regierung des Swintila. Aber unter Sisenand, der den Swintila n>it Hülfe des Älerus entthront hatte, decretirte das vierte tolcdanische Concil (633) die schärfsten Zwangsdeerete gegen die apostasirten jüdischen Convertitcn. ״Bon den Riten des IudcnthuinS sollen sie mit Gewalt abgewendet, ihre Binder und Sklaven, die sie vermöge der Beschneidüng in den jüdischen Bund ausgenommen, ihnen eittzogen und überhaupt die Kinder beiderlei Geschlechts ihrem Herzen entrissen und in Klöstern und christlichen Hausern untergebracht werden." ״Diese vom Coneil sanetionirten und von König Sisenand promulgirten Gescjze galten fortan als Grundnorm für die Behandlung der jüdischeu Konvertiten." Ihr ofsieieller Name war Judaei baptizati oder Ilebraei ad fidem cbristianam translati, redacti. Der Nachfolger Sisenand s, Gintila, iveit entfernt zu mildern, schärfte das Sisenand'sehc Teeret, indem er sieh einen Revers von den Konvertiten ausstcllen ließ, daß sic das Judenthunr völlig abschwören wollten und außerdem die ungetansten Juden aus dem Lande wies. Aber schon unter dessen Nachfolger HindaSweith wurde nicht nur den jüdischen kmigrirten die Rückkehr in's Vaterland, sondern auch den gelausten Juden Rückkehr zu ihrem angestammten Kultus verstattet. ״ES ist bezeichnend für HindaSweith'S freundliches Verhalten gegen die Juden, daß sein Sohn ReeeSwind, dem der Vater beim Leben den Thron überlassen batte (049), erst nach dessen Tode die feindselige Gesehgcbuiig gegen die ZwangStäuflinge wieder aufnahm." Unter ReeeSwind wurden die unter Sisenand erlassenen-Concilbeschlüsse, daß die einmal getauften Juden im Christentbum verharren müßten, erneuert. Das Placitum, das sie noch einmal auszustellen genötkigt waren, lautet in seinem Anfänge: ״Wir haben zwar schon unter Gintila in einem Placitum versprochen, im katholiichen Glaubcn zu verharren, aber unser Unglaube und der angestammte Jrrthum ttnserer Vorfahren haben uns gehindert, Christus als unser» Herrn zu verehren und den katholischen Glauben aufrichtig zu bewahren." Nichtsdestoweniger wurde das im Placitum Versprochene nicht gründlich befolgt, da eine neue Verfügung neue Strafen für Uebertretung