Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Zusammenwirken Esra's und Nehemia's
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 78 (sequence 7)
- Language
- German
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78 Wissenschaftliche Aussätze. .den, in der beschlossen wird, cs solle, da wegen des RcgenwclterS ein längeres Verbleiben des Landvolkes in Jerusalem unthunlich sei, ein Ausschuß niedergcsctzt werden, der. von den Acltesten der einzelnen Städte unterstützt, die beschlossenen Maßregeln durchzuführen hätte. Den 1. des >0. Monats beginnt der Ausschuß seine Sitzungen und ist am 1. des 1. Monats des folgenden Jahres mit der Untersuchung über Zahl und Namen der mit Heiden Verschwägerten zu Ende sEsra 9—10). Aber durch einen Einfall der von der vorzunchmcndcn Maßregel betroffenen Nachbarvölker wird diese vereitelt, Jerusalem erobert, seine Mauern gröstcnthcils zerstört, die Thore verbrannt, viele Grfangen« fortgeführt (Neh. 1, 2—3), ja sogar die Tempclräume so weit prosanirt, daß Tobia, der Ammonite, von seinein Verwandten, dem Tcmpclaufseher Eljaschib, unterstützt, eine, aus mehreren kleinen vereinigte, große Tcmpclzellc 6) sich einräumen läßt, in der er von Zeit zu Zeit seinen Wohnsitz zu nehmen pstcgt sNeh. 13. 4 - 5). Inzwischen sinkt, wie natürlich, der religiöse Zustand des Volkes immcr tiefer; der Sabbat wird durch Feldarbeiten öffentlich entweiht, in Jerusalem selbst ist am Sabbat Marktag. und die Heiden bringen ihr« Maaren zu Markte, die Leviten und Priester, ihrer Einkünfte beraubt, werden aufs Land zurückgedrängt, und unter der auswachsenden Jugend fängt durch das Ueberwuchcrn des heidnischen Elementes die hebräische Sprache zu verlöschen an (Neh. 13, 15—16.24 — 25). Männer aus Juda, die nach Persien gekommen waren, vielleicht um durch den Einfluß ihrer dortigen Glaubensbrüder am Hofe eine günstige Stimmung für das Heimatsland zu erwirken, werden von Chanani seinem Bruder Nchemia, welcher Mundschenk des Königs war, zugesührt (Neh. 1, 2). Nchemia, der jetzt von Augenzeugen die traurige Lage seiner Brüder iin heiligen Lande schildern hört, von der bis dahin nur verworrene Nachrichten zu ihm gelangt sein mögen, betet weinend zu Gott, ihm sein Vorhaben beim Köuige gelingen zu lassen. Dieses Vorhaben bestand darin, sich vom Könige Urlaub und ausgedehnte Vollmachten als Landpfleger von Judäa zu verschaffen. Er erlangt sie, und so war nun seit Serubabel zum ersten Mal wieder ein Jude Statthalter in Jerusalem. Aus seine Anregung wird nun di« Wiederherstellung der Mauer und der Thore Jerusalems eiligst in Angriff genommen und in 52 Tagen unter Spott und Gefahren von Seiten der Nachbarvölker voll- <») So nämlich ist Neh. 13. S: 15 5«--,׳ zu erklären.