Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Zusammenwirken Esra's und Nehemia's
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 6)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 77 Zellen betont werden, wie um.dem (!3, 5) angcdeutclen Zustande zu steuern. Zur Anordnung strenger Sabbatfcicr (18, -15 -2-11 vorgleiche 10, 82. wo mit gutem Grunde die von Nchcmia schon während des Mauerbaucs factisch wieder eingcsiihrte Feier des Sabbatjahres ^'1 als für alle Zeiten gültig angcsngt ist. Die Abschwörung heidnischer Ehen (18, 23 3.0) ist 10, 31 wiedcrzusinden; endlich die Darbringnng der Holzspendcn nach dc>n Loost (13, 31) wird fast nur durch 1«, 35—30 verständlich. Natürlich war Nchemia der Vollstrecker jener Beschlüsse, und eben seine Thätigkcit bei der Ausführnng erzählt er Cap. 13, freilich ohne auf jene Beschlüsse auch nur hinzuwciscn. Wir haben daher Cap. 13 im Verhältniß zu Cap. 9 —Itt wie thatsächliche Ausführung durch die oberste Behörde zu Volksbeschluß zu betrachten. Wenn wir nun bedenken, wie geradc die Einführung der Gesetze der Thora in's öffentliche und häusliche Leben düs Hauptaugenmerk Csra's bildete, und wie dies als das Allgemeine den einzelnen Beschlüssen vorangestellt ist (16, 80). so ist der Einfluß Csra's gar nicht zu verkennen, und die von Ewald aus der LXX adoptirtc Einschiebung der Worte ויאמר עז-־־א vor (9, 16) eine Rede, die gewiß nicht von allen Leviten gesprochen sein kann, hat mehr als Wahrscheinlichkeit für sich, wenn man nämlich (10, 3) Esra in Asaria wiederfinden will. Daß aber Nebemia selbst Csra's nicht erwähnt, darf nicht Wunder nehmen, da er auch unbedingt von Propheten unterstützt worden ist, was allein die Ucbcrtreibungcn Sanballat's (6, 7) erklären kann, und er doch keines einzigen solchen Propheten Erwähnung tbut. Demnach würden die Ereignisse der Zeit Csra's und Rchcmia's folgendermaßen in Kürze zu erzählen sein: Esra, zur Einführung der Thora in's Gerichts - wie in's Hausliche Leben autorisirt (Esra 7. 25—26) geht zunächst, nachdem er auf den traurigen Zustand in dieser Beziehung aufmerksam gemacht war. mit der Lösung der heidnischen Ehe» vor. Nachdein er durch Trauer und Gebet die Hörer ergriffen, schlägt Schechania vor, ein Bündniß des Volkes auf die Entlassung, der heidnischen Frauen zu schließen. Zu dem Zwecke wird eine Volksversammlung ausgeschrie- ■>) Beiläufig sei hier auf einen Jrrthum Ewald's (Gesch. d. V. Jsr. 2. Ausg. lV, 172) aufmerksam gemacht, der aus Neh. 5, 12 schließt, daß die Priester die Letzten waren, welche zum Schuldenerlaß sich bereit erklärte». und dies für die damaligen Anstände ״sehr lehrreich" nennt. Aber es ist zu übersetzen: ' Und ich rief die Priester und ließ sie (die Gläubiger von den Priestern) beschwören.